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Piratenjubel: 1435 Tage waren genug!

Die Männer des JC 66 Bottrop gewinnen in Spremberg mit 8:6

Jubel in Brandenburg: Der JC 66 Bottrop hat zum Auftakt der Bundesligasaison 2018 mit 8:6 gegen den KSC ASAHI Spremberg gewonnen und damit den ersten Schritt in Richtung einer erfolgreichen Saison gemacht. Für die Piraten war es der erste Bundesligasieg seit dem 10. Mai 2014, entsprechend groß war die Erleichterung.

Die Piraten des JC 66 verließen die Matte in Spremberg als Sieger. Foto: JC 66

KSC ASAHI Spremberg - JC 66 Bottrop 6:8
(Bundesliga Nord, 1. KT)

Als Judofan hat man es nicht leicht, wenn das favorisierte Team auswärts im Einsatz ist. Der im Vorfeld angekündigte Livestream bei sportdeutschland.tv kurzfristig gestrichen und die Internetseite der selbsternannten stärksten Judo-Liga der Welt nur äußerst sporadisch erreichbar - die technische Infrastruktur ließ am ersten Kampftag des JC 66 Bottrop im brandenburgischen Spremberg viele Wünsche offen. Gut, dass auf die Social-Media-Abteilung der Bottroper Piraten Verlass war. Via Facebook und Instagram wurden die Daheimgebliebenen gegen 20:30 Uhr erlöst: Der Auftakt ist geglückt. In einem packenden Duell setzten sich die Männer des JC 66 mit 8:6 beim KSC ASAHI Spremberg durch.

Es war der erste Bundesligaerfolg seit dem 10. Mai 2014 als die Bottroper - ebenfalls am ersten Kampftag - den JC Frankfurt (Oder) mit 11:3 in die Knie zwangen. Exakt 1435 Tage später können die Piraten wieder jubeln. Entsprechend groß fiel auch die Begeisterung bei Teammanager Volker Tapper aus: "Es war ein toller Tag. Wir hatten 15 gierige Jungs an Bord und die waren total fokussiert und haben unglaublich gefighted."

Die rund 350 Zuschauer im "Hexenkessel" von Spremberg sahen einen Kampftag, der keine bessere Werbung für den Judosport hätte sein können. Vier der 14 Duelle gingen in die Verlängerung, dreimal hatte der JC 66 das Momentum auf seiner Seite. Im ersten Durchgang fuhren der Italiener Antonio Pantano (-60 kg), Routinier Kalala Ngoy (-66 kg) und Eigengewächs Hamsat Isaev (-73 kg) sowie Rückkehrer Yassin Grothaus (-90 kg) die im Vorfeld eingeplanten Punkte ein. Lediglich die Niederlage des niederländischen Neuzuganges Hidde Wolterbeek (-81 kg) kam etwas überraschend. Sebastian Wendt (+100 kg) und Hanns David Claren (-100 kg) hinterließen trotz ihrer Niederlagen einen guten Eindruck. Entsprechend ging es mit einer knappen 4:3-Führung in den zweiten Durchgang.

Die Italiener Pantano (-60 kg) und Vincenzo D'Arco (+100 kg) fuhren dann die nächsten Pflichtpunkte ein, ehe Hanns David Claren (-100 kg) den siebten Punkt für die 66er verbuchte. Das Unentschieden war erreicht, doch die Piraten wollten mehr. Zwar verpasste Hamsat Isaev (-73 kg) gegen den Polen Aleksander Beta den ersten Matchball, doch dann kam der finale Auftritt von Egzon Lekaj (-90 kg). "Er hatte ein gutes Gefühl und das hat sich bestätigt", wusste Volker Tapper. Es wurde allerdings dramatisch. Gegen Ole Patzenhauer dominierte Lekaj zwar von der ersten Sekunde an, doch die benötigte Wertung wollte trotz zahlreicher guter Ansätze einfach nicht fallen. Erst im Golden-Score folgte die Erlöung: Ein Waza-Ari besiegelte den 8:6-Erfolg der Piraten. "Es war hauchdünn, aber das macht uns heute umso stolzer", jubelte Volker Tapper.

Damit haben die Bottroper den ersten Schritt in die anvisierte Richtung gemacht. Drei bis vier Siege haben die Verantwortlichen als Ziel ausgegeben, um mit dem Abstiegskampf möglichst nichts zu tun zu haben. Zwei Kontrahenten müssen dafür distanziert werden. Wenn am 5. Mai der amtierende Deutsche Meister aus Hamburg in der Dieter-Renz-Halle gastiert, kehren die Bottroper zwar zunächst in die Rolle des krassen Außenseiters zurück, doch am 26. Mai soll bei Hertha Walheim wieder gejubelt werden. 1435 Tage soll es nicht noch einmal dauern.

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Text: Henning Wiegert

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