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Acht Medaillen beim Adler-Cup

Nachwuchs des JC 66 Bottrop startete beim internationalen Turnier in Frankfurt

Gleich 23 Nachwuchspiraten des JC 66 Bottrop reisten zum stark besetzten Adler-Cup nach Frankfurt am Main, um sich der nationalen und vor allem internationalen Konkurrenz zu stellen. Die Ausbeute war mit vier Gold, einer Silber- und drei Bronzemedaillen zufriedenstellend.

Durch die Doppelstartregelung in Frankfurt, Kämpferinnen und Kämpfer durften in mehreren Altersklassen an den Start gehen, konnten die 23 Piraten 31 Startplätze besetzen. „Das ist natürlich eine sehr große Zahl, aber erstens haben wir auch sehr viele kampfwillige Kinder und zweitens wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, zu schauen, wie es um die internationalen Kontrahenten steht. Für viele war das ein willkommener Lernprozess“, so Trainer Sven Helbing. Immerhin waren bei diesem Turnier rund 2500 Teilnehmer gemeldet und diese kamen aus Ländern wie Wales, Griechenland, Kroatien, Kasachstan, Russland, Bulgarien, Belgien, Niederlande, Österreich, Luxemburg, Tschechien, Slowakei, Schweden oder sogar Ägypten.

Allein JC-Talent Niklas Gillenkirch hat sich an beiden Tagen mit Kämpfern aus sechs Ländern duelliert. Er war es auch, der das härteste Programm des Wochenendes fahren musste. Am Samstag stand er im Altersbereich U15 gleich sieben Mal auf der Tatami und konnte mit Platz fünf am Ende noch nicht einmal eine Medaille mit nach Bottrop nehmen. „Das war schon ein harter Tag für ihn. Zum Vergleich, in vielen Gewichtsklassen reichten drei oder maximal vier Siege für eine Goldmedaille. Doch die Medaille ist nicht alles, was zählt. Inhaltlich hat Niklas das sehr gut gemacht und teils hochkarätige Konkurrenz geschlagen. Sein Lohn sollte nun statt der Medaille die Erfahrung sein“, so Neu-Trainer Kalala Ngoy, der am Sonntag dann nochmals sechs Kämpfe von Niklas Gillenkirch bewundern konnte. Die ersten vier gewann Niklas beeindruckend, im Halbfinale kam dann eine Niederlage hinzu und im Kampf um Bronze waren die Kräfte endgültig aufgebraucht. So hieß es abermals Platz fünf. „Klar war er enttäuscht, aber 13 Kämpfe an zwei Tagen, soviel haben wir noch nicht gesehen. Dass er das durchgehalten hat und immerhin neun Kämpfe gewinnen konnte, ist eine der stärksten Leistungen des Wochenendes“, waren sich die Trainer einig.

Pia und Hannah Urban räumten in Frankfurt doppelt ab.

Die wohl stärkste Leistung brachte aber Pia Urban, die sowohl in der U14 als auch in der U15 nach drei beziehungsweise vier überragenden Siegen die Goldmedaille erkämpfen konnte. „Zweimal internationales Gold an einem Wochenende, Wahnsinn. Und inhaltlich hat Pia das überragend gemacht. Ihr Griffkampf, die auf die Gegnerinnen abgestimmten Techniken und der Bodenkampf waren nahezu optimal. Die zwei Goldenen sind mehr als verdient“, resümierte Trainer Helbing.

Pias Schwester Hannah machte es fast genauso gut und holte mit Gold (U11) und Bronze (U12) die Medaillen drei und vier in die Familiensammlung. Eine weitere Goldmedaille steuerte Richard Desch (U11) zum letztendlich guten Mannschaftsergebnis bei. Auch eine Altersklasse höher, in der U12, wo Desch mehr gefordert wurde, konnte er das Finale erreichen und reiste letztendlich mit Gold und Silber zurück nach Bottrop. In der jüngsten Altersklasse U9 konnten sich mit Henriette Caspary und Paul Wörsdörfer zwei weitere Judo-Piraten Plätze auf dem Podest sichern. Sie gewannen Bronze. Die Trainer sahen hier teilweise sehr gute Ansätze.

Das machte zusammen acht Medaillen, vier Gold, eine Silber, drei Bronze. Das klingt nach einem super Ergebnis, doch die Trainer waren nicht komplett zufrieden. Kalala Ngoy: „Letztendlich gingen die acht Medaillen an insgesamt fünf Sportler. Alle anderen 18 gingen leer aus. Natürlich muss man Leistungen wie die von Niklas Gillenkirch absolut als Erfolg werten und auch sehen, dass in manchen Gewichtsklassen 90 Starter um die Medaillen kämpften, aber viele Kämpfer haben sich auch zu viele Fehler geleistet und im Training gelernte Dinge nicht umsetzen können. Das gilt es nun zu analysieren und abzustellen.“ Ohne Medaille blieben neben Niklas Gillenkirch auch Kilian Albers, Maike Bayerlein, Damla Celik, Tristan Caspary, Adam Edilov, Marlon Fischer, Moritz Gillenkirch, Luca Haberscheid, Justus Hirschfelder, Benjamon Quys, Ole und Hendrik Sperling, Tm Sturm, Bjarne Tapper, Felicia Taube, Philipp Vrchoticky und Taiyo Watanabe.

„Auch wenn manche von ihnen leicht erkrankt waren, etwas Pech hatten oder zwar gut gekämpft aber trotzdem verloren haben, mussten viele doch Lehrgeld zahlen. Inhaltlich müssen wir nun im Training die Zügel wieder etwas anziehen. Genug Material zur Verbesserung hat uns das Wochenende jedenfalls geliefert. Wir müssen wieder konsequenter die gelernten Sachen umsetzen und uns mit unserem Kampfstil nach vorn kämpfen. Spezielle Griffvariationen, Technikkombinationen, aber auch der Bodenkampf werden wieder mehr in den Fokus genommen“, so das Fazit von Sven Helbing, der die genannten Inhalte sofort im Training umsetzen will. Die beiden Trainer, Kalala Ngoy und Helbing setzten sich noch in der Halle zusammen, werteten das Gesehene aus und erarbeiteten schon Programme für die folgenden Trainingseinheiten.

Ein Judoabenteuer war dieses große internationale Turnier für alle allemal und zu lernen gab es ebenfalls viel. Und mit diesen Erfahrungen geht es in das letzte Saisonviertel, in dem noch einige Turniere und noch viel mehr Training auf die jungen Judoka warten.

Text: JC 66 Bottrop

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