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Bronze strahlt wie Gold

Frauen des JC 66 feiern den dritten Platz, der Titel geht nach Backnang

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft der Frauen brachte internationales Flair in die Dieter-Renz-Halle. Zahlreiche Olympiateilnehmerinnen und nationale wie internationale Spitzenathletinnen gingen in Bottrop auf die Judomatte. Neuer Deutscher Meister ist erstmals die TSG Backnang, die Piratinnen des JC 66 Bottrop verkauften sich vor heimischem Publikum gut und hatten nach dem historischen Gewinn der Bronzemedaille allen Grund zu strahlen.

„Wir freuen uns solch herausragende Sportlerinnen hier in Bottrop begrüßen zu dürfen. Und nicht nur deshalb gebührt mein Dank heute dem JC 66 Bottrop, der diese Veranstaltung hier so auf die Beine gestellt hat“, begrüßte Oberbürgermeister Bernd Tischler die Mannschaften und Zuschauer vor dem Start der Finalrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in der Dieter-Renz-Halle. Als Meister der Nordstaffel hatte der JC 66 das Abschlussevent der Bundesligasaison 2017 nach Bottrop geholt.

Die Viertelfinals der Zweit- und Drittplatzierten aus der Nord- und Südstaffel waren dann eine deutliche Angelegenheit. Die Vereine aus dem Süden stellten von Beginn an unter Beweis, dass sie sich für die Endrunde einiges vorgenommen hatten. Leidtragender war der ersatzgeschwächte 1. JC Mönchengladbach, der im Duell gegen den JC Wiesbaden keine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Tatami schicken konnte. So stand der Halbfinalgegner des JC 66 Bottrop schon nach acht von 14 Kämpfen fest. Die Höchststrafe konnte Sheena Zander im letzten Duell so gerade noch verhindern. Im Golden Score setzte sie sich gegen Katharina Häcker durch und sorgte so für den 13:1-Endstand. Nicht viel besser erging es dem zweiten NRW-Finalisten. Die Sport-Union Annen konnte gegen den JSV Speyer gleich zu drei Duellen nicht antreten. Am Ende setzte sich der Deutsche Meister von 2015 mit 11:3 durch und sicherte sich damit den Halbfinalplatz gegen den Südmeister aus Backnang.

Die Piratinnen gingen voll fokussiert in das Halbfinale.

Mit Beginn der Halbfinals hatte sich dann auch die Dieter-Renz-Halle gefüllt. Rund 600 Zuschauer wollten sich den Auftritt der Piratinnen gegen den JC Wiesbaden nicht entgehen lassen und sorgten für eine eindrucksvolle Endrundenatmosphäre. Die übertrug sich auch auf die Kämpferinnen des JC 66, die einen beherzten Auftritt hinlegten. Sina Felske, Julia Rotthoff, Lena Wilkes, Agatha Schmidt, Saskia Wüst, Alina Fiedler – gleich sechs Athletinnen, die seit vielen Jahren den Piratenstamm bilden – gingen auf die Tatami. Sie alle überzeugten, ihnen allen fehlte jedoch auch das nötige Quäntchen Glück, um das Halbfinale auch vom Ergebnis her ausgeglichen zu gestalten. So oblag es den beiden niederländischen Spitzenkräften Guusje Steenhuis (+78 kg) und Tessie Savelkouls (-78 kg), die vier Bottroper Punkte zum 4:10-Endstand einzufahren. Die Reaktion der Fans zeigte aber: Die Piratinnen hatten sich teuer verkauft. Sie erhielten den verdienten wie tosenden Applaus. Entsprechend verließen sie die Matte erhobenen Hauptes. Das zweite Halbfinale entschied der Südmeister aus Backnang in einem engen Duell mit 8:6 gegen Speyer für sich.

„Natürlich hatten wir gehofft, dass es enger wird, aber alle meine Kämpferinnen sind heute ans Limit gegangen. Deshalb kann ich heute nicht unzufrieden sein. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille haben wir eine historische Leistung vollbracht“, äußerte sich JC-Trainer Wolfgang Amoussou, der sich zugleich kämpferisch gab: „Wir werden immer besser. Es braucht noch etwas Zeit, aber dann werden auch wir ganz oben stehen.“

Strahlende Piratinnen: Sie haben die langersehnte Medaille.

Bei den anschließenden Finalvorbereitungen stellte der JC 66 Bottrop dann noch einmal sein Organisationstalent unter Beweis. Dank der tatkräftigen Unterstützung der zahlreichen Helferinnen und Helfer in ihren türkisen Jerseys wurde die Wettkampffläche im Schnelldurchgang in die Hallenmitte verlegt, um dem Endkampf einen würdigen Rahmen zu geben. Überhaupt hatte der Verein in den vergangenen drei Wochen, die zur Vorbereitung der Endrunde geblieben waren, ganze Arbeit geleistet. Den Judofans fehlte es in der Dieter-Renz-Halle an Nichts.

Den Titel des neuen Deutschen Meisters sicherte sich schließlich die TSG Backnang, die ein hochklassiges Herzschlagfinale gegen Wiesbaden mit 7:7 und 67:58 in der Unterbewertung für sich entschied und damit den Platz ganz oben auf dem Podest erklomm. Den größten Applaus erntete bei der Siegereherung aber das Team des JC 66, das sich mit dem Gewinn der Bronzemedaille für eine tolle Bundesligasaison 2017 belohnte und gleichzeitig erstmals eine Mannschaftsmedaille bei Deutschen Meisterschaften in einer olympischen Sportart nach Bottrop holte.

Text: Henning Wiegert

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