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Hamsat Isaev ist Deutscher Meister

Judoka des JC 66 Bottrop gewinnt in Stuttgart den Einzeltitel

Bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften im Judo in Stuttgart waren am Wochenende mit Hamsat Isaev und Saskia Wüst auch zwei Bottroper Leistungssportler im Einsatz. Für Isaev endete die Reise in die Landeshauptstadt von Badem-Würtemberg mit dem größten Erfolg seiner noch jungen Sportlerkarriere. Der 24-Jährige gewann den Titel in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm.

In Stuttgart feierte Hamsat Isaev (r.) den größten Erfolg seiner Karriere. Foto: NWJV

Seit 2002 lebt Hamsat Isaev in Deutschland. In Bottrop wurde er beim JC 66 heimisch und beim Bundesligisten wurde sein Talent früh erkannt. Als der 24-Jährige am Sonntag bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften in Stuttgart in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm seinen ersten Deutschen Meistertitel gewann, waren drei seiner engsten und langjährigen Wegbegleiter an seiner Seite. Heimtrainer Frank Urban, Bundesligacoach Markus Wallerich und Jan Tefett waren im Moment des größten Triumphes der noch jungen Karriere des Bottroper Leistungssportlers dabei. „Besser geht es einfach nicht“, freute sich Hamsat Isaev nach seinem eindrucksvollen und durchaus auch überraschenden Erfolg.

Hamsat Isaev (l.) mit Frank Urban. Foto: JC 66

Über Tim Himmelspach, Dario Ferrera, Kilian Ochs und Georg Soegmund hatte sich Isaev am Sonntag in das Finale vorgekämpft. „Ich habe viel und gut trainiert und das Selbstbewusstsein war da. Ich habe gut in das Turnier gefunden und dann in den richtigen Momenten die richtigen Entscheidungen getroffen“, schildert der neue Deutsche Meister seinen Weg in den Endkampf. Doch in selbigem wartete mit Igor Wandtke ein echtes Schwergewicht der deutschen Judoszene. In der Vita des 28-Jährigen aus Lübeck, der in der Bundesliga für das Hamburger Judo-Team kämpft, stehen immerhin vier Deutsche Meistertitel, zahlreiche internationale Topplatzierungen und sogar die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Doch seine Erfahrung half Wandtke diesmal nicht. Eine Waza-Ari-Wertung bescherte Hamsat Isaev schließlich den größten Erfolg seiner Karriere und sorgte für grenzenlosen Jubel bei den mitgereisten Wegbegleitern.

„Ich wusste, dass ich physisch und technisch mit ihm mithalten kann. Natürlich hat er deutlich mehr Erfahrung als ich, aber ich wusste, dass ich geduldig sein muss. Ich habe mich auf nichts eingelassen und das war dann der Schlüssel zu Erfolg. Es hat einfach alles gepasst. Natürlich habe ich auf einen Platz auf dem Podium geschielt, aber mit dem Meistertitel habe ich nicht gerechnet. Das ist einfach geil“, jubelte Isaev.

Kein Glück für Saskia Wüst

Für Saskia Wüstlief es Stuttgart dagegen nicht erfolgreich. Die 24-Jährige musste sich sowohl der späteren Deutschen Meisterin Nadja Bazynski, als auch der Drittplatzierten Miriam Garmatter geschlagen geben und hatte Pech, als sie sich im zweiten Duell des Tages am Ellenbogen verletzte.

Ein Schub für die Sportlerkarriere

Von dem Erfolg auf nationaler Ebene erhofft sich das Bottroper Eigengewächs, das mittlerweile in Köln am Olympiastützpunkt seine Zelte aufgeschlagen hat, auch einen weiteren Schub für die Karriere. Es winken ein Startplatz beim Grand Slam in Düsseldorf und weitere hochkarätige Turniereinladungen. Isaev selbst gibt sich aber vorerst bescheiden: „Für mich gilt es nun auf internationaler Ebene bei den European Cups richtig Fuß zu fassen, um dann den nächsten Schritt zu machen.“ Das Fernziel bleibt eine Olympiateilnahme und deshalb steht auch gleich am Montag die nächste Trainingseinheit auf dem Programm. Doch auf der Rückfahrt in die Heimat dürfte die Stimmung mit den alten Weggefährten vorher noch einmal ausgelassen gewesen sein. Der Meistertitel in Stuttgart ist der verdiente Lohn für harte Arbeit! Für einen so ehrgeizigen Leistungssportler wie Hamsat Isaev aber eben auch nur ein erster Schritt auf dem Weg zu noch größeren Zielen.

Text: Henning Wiegert

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