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JC 66 verlangt Hamburg alles ab

Starke Leistung bei Bundesliga-Rückkehr

Gegen den Topfavoriten in der 1. Bundesliga Nord, dem Hamburger JT, präsentierten sich die Herren des JC 66 Bottrop bei ihrer Rückkehr in der Judo-Oberhaus von ihrer besten Seite. Sie verlangten den Hansestädtern alles ab, und unterlagen letztlich nur knapp mit 5:8.

Sven Helbing war mit seinen Schützlingen mehr als zufrieden. Foto: C. Dziwok

JC 66 Bottrop - Hamburger JT 5:8 (38:66)
(1. Bundesliga Nord)

Der letzte Kampf war gerade zu Ende, das offizielle Endergebnis verkündet, da trommelte JC66-Coach Sven Helbing seine Mannschaft in der Kabine zusammen. Nicht etwa, weil er mit der Leistung seiner Schützlinge unzufrieden war. Im Gegenteil. Bei den Piraten herrschte trotz der Niederlage Zufriedenheit. "Die Jungs haben alles reingeworfen und sich super verkauft. Das Kompliment ]wollte ich direkt nach dem Kampf los werden. Deshalb sind wir in die Kabine gegangen", zollte Helbing seiner Mannschaft Respekt.

Und den hatte sich das Team auch verdient. Von Beginn an zeigten sie den favorisierten Hamburgern, bei denen der Ex-Bottroper Aaron Hildebrand zwar im Kader stand, aber nicht zum Einsatz kam, dass sie sich nicht wehrlos ergeben würden. Kalala Ngoy (-66 kg) war im ersten Kampf zwar noch unterlegen, Tornike Tsjakadoea (-60 kg) bei seinem Debüt im Bottroper-Judogi, und Michael Korrel (-100 kg) brachten den JC 66 dann aber sogar in Führung. Valid Edilov (+100 kg) unterlag mit einem Haltegriff, Hamsat Isaev (-73 kg) kämpfte Unentschieden. Das wohl vorentscheidende Duell lieferten sich dann in der Gewichtsklasse bis 90 kg der Bottroper Hanns David Claren und und Dario Kurbjeweit auf Seiten der Hamburger. Zunächst gelang Kurbjeweit ein Waza-Ari, den konnte Claren kurz darauf ausgleichen. Es war eine durchaus kritische Entscheidung, denn die Kampfrichter hätten hier auch auf Ippon und Sieg für den JC 66 entscheiden können. Sven Helbing protestierte aus seiner neu aufgebauten Coaching-Box - am Urteil der Kampfrichter änderte das aber nichts. Es kam, wie es kommen musste: Kurbjeweit gelang ein zweiter Waza-Ari und somit der Sieg für Hamburg. Im letzten Kampf der ersten Runde unterlag Hannes Freund (-81 kg) gegen Max Münsterberg. So ging es mit einem 2:4-Rückstand in die Pause und schon hier war den Kämpfern auf beiden Seiten anzusehen, dass sie an ihre Grenzen gehen mussten. Erschöpft knieten sie nach dem Ende Duells oft noch lange Sekunden auf den Knien, um zu Kräften zu kommen.

JC 66 kämpft sich wieder ran

Der Niederländer Michael Korrel war einmal mehr ein Punktegarant. Foto: C. Dziwok

Der JC 66 steckte trotz des Rückstands nicht auf. Lange überlegten Coach Sven Helbing, Teammanager Volker Tapper und die Mannschaftskapitäne, wen sie im zweiten Durchgang aufbieten sollten. "Das ist eine Entscheidung, die wir gemeinsam treffen", so Helbing nach dem Kampf. Und wieder ging es gut lost. Zwar unterlag Axel Walter (-66 kg) bei seinem Debüt für den JC 66, Tornike Tsjakadoea (-60 kg) und erneut Michael Korrel (-100 kg) brachten den JC aber zurück ins Rennen. Dann kam das Schwergewicht - und hier musste der JC improvisieren. Tobias Pahnke steckte in einer Vollsperrung auf der A2 und so wurde Dennis Lanfermann (-81 kg) aufgeboten. Der sollte seinen Kampf eigentlich abschenken, doch als auch die Hamburger mit Makysm Chykurda ebenfalls nur einen 90kg-Mann aufboten, ging Lanfermann, der nach einem Kreuzbandriss zurück ins Team kehrte, doch auf die Matte. Allerdings ohne Erfolg - nach einer halben Minute musste er im Würgegriff den Kampf aufgeben.

Die Bottroper waren jetzt also unter Zugzwang. Hamsat Isaev (-73 kg) ging auf die Tatami und belohnte sich für seine gute Leistung. Gegen Schamil Dzavbatyrov konnte er mit einem Waza-Ari gewinnen. Valid Edilov (-90 kg), jetzt in seiner eigentliche Gewichtsklasse aufgeboten, hätte nun das Remis herstellen können, musste sich dem deutschen Meister David Tekic allerdings geschlagen geben. Egzon Lekaj (-81 kg) ging dann nur noch für die Statistik in sein Duell mit Max Münsterberg, verkaufte sich gut und unterlag nur mit zwei Shido-Wertungen.

"Das Ergebnis war nicht schlecht, es war sogar noch mehr drin. Wenn der Gegner hinterher zu dir kommt und sagt 'geile Einstellung', dann hast du alles richtig gemacht", sagte Sven Helbing nach dem Kampf. Auch Volker Tapper freute sich: "Mit den rund 300 Zuschauern können wir zufrieden sein. Wenn die Mädels nicht gleichzeitig auswärts gekämpft hätten, wären noch mehr gekommen. Langfristig wollen wir wieder 400 Zuschauer haben." Die Kämpfer hätten es verdient.

Text: Henning Wiegert

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