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JC-Nachwuchs präsentiert sich stark

Mit neun Medaillen kehren die Piraten aus der Mainmetropole zurück

Mit 20 Nachwuchskämpfern präsentierte sich der JC 66 Bottrop erstmals beim Internationalen Adler Cup in Frankfurt am Main. Dabei konnten viele Leistungsträger noch nicht einmal teilnehmen, da parallel in Senftenberg die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die U14 und U18 auf dem Programm stand. Umso eindrucksvoller fiel die Ausbeute mit neun Medaillen aus.

Die Bottroper Judopiraten präsentierten sich in Frankfurt in den Altersklassen U9, U11, U12, U15 und U17 beim mit 1900 Teilnehmern aus 30 Nationen und 270 Vereinen besetzten Internationalen Adler Cup. „Eine solche Konkurrenz ist in anderen Sportarten im Jugendbereich sehr selten bis gar nicht möglich. Im Judo finden jährlich sogar mehrere solcher Vergleiche statt. Hier kann man gut sehen, wo man wirklich steht. Für uns war es eine positive und erfolgreiche Erfahrung“, spricht Trainer Sven Helbing die neun Medaillen, darunter zweimal Gold, viermal Silber, dreimal Bronze und einen fünften Platz seiner Schützlinge an. In der Endabrechnung findet sich der dezimierte JC 66 Bottrop damit unter den Top Ten des Turniers wieder.

Den Anfang machten die kleinen U9er. Mit Moritz Gillenkirch, Tayio Watanabe und Jakob Hirschfelder gingen hier drei Bottroper Jungs an den Start. Moritz Gillenkirch konnte sich -27,5 kg nach einem schwierigen Auftaktkampf ins Turnier steigern, mit einer neuen Spezialtechnik, einem Überkopfwurf seine Gegner überraschen und eine riesige Goldmedaille erkämpfen. Tayio Watanabe musste nach drei Begegnungen -28 kg tatsächlich zu weiteren zwei Entscheidungskämpfen antreten, da sich in der knappen Gruppe, mit Ausnahme vom Turniersieger niemand einen entscheidenden Vorteil erkämpfen konnte. In diesen beiden Auseinandersetzungen behielt Tayio jeweils die Oberhand und belohnte sich somit mit dem zweiten Platz. Mit Bronze setzte Jakob Hirschfelder -26 kg einen verdienten Schlusspunkt, da er im entscheidenden Kampf die Nerven bewahrte und eine Waza-ari-Führung für einen Außenschenkelwurf clever über die Zeit bringen konnte.

Die nächsten, die am Samstag auf die Wettkampftatami durften, waren die U12er um Pia Urban, Titus Schwartz, Benjamin Quys und Justus Hirschfelder. „Die Jungs konnten hier nicht alle Erwartungen erfüllen und sind in starken Starterfeldern bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Alle haben aber wieder viel gelernt und können das hoffentlich bei den nächsten Turnieren umsetzen“, so Trainer Wolfgang Amoussou, der sich jedoch auch in der U12 über eine Medaille freuen konnte. Pia Urban begann das Turnier mit zwei souveränen Siegen, musste sich dann zwar im Halbfinale knapp in der Verlängerung geschlagen geben, schnappte sich jedoch im kleinen Finale mit einem Ippon-Sieg die Bronzemedaille.

Nicolas Kutscher (l.) und Florian Böcker präsentieren stolz ihre Medaillen. Foto: JC 66

Die am stärksten besetzte Altersklasse U15 folgte am Samstag zum Abschluss des Bottroper Wettkampftages. Auch der JC 66 hatte hier die meisten Kämpfer am Start. Elf Piraten versuchten ihr Glück und testeten ihr Leistungsvermögen gegen die starke nationale und internationale Konkurrenz. Elif Ürker -57 kg, Jona Voigt +63 kg, Remus und Ragnar Buddenkotte -55 kg, Philipp Vrchoticky -37 kg, Maurits Müller -50 kg sowie Luca -50 kg und Maurice Fiedler -37 kg stellten sich dieser Herausforderung, konnten sich jedoch nicht in die Medaillenränge kämpfen. Anders lief es bei Florian Böcker, der laut Trainer Amoussou „immer stärker wird und sich für seinen Trainingsfleiß belohnt.“ Fünf Kontrahenten stellten sich ihm an diesem Wettkampftag in der mit 30 Startern besetzten Gewichtsklasse. „Florian hat das souverän gemacht. Er konnte sowohl körperlich und mental als auch technisch inhaltlich überzeugen. Man hat das Gefühl, er weiß, was er tut“, so Trainer Amoussou, der sich zusammen mit Sven Helbing über die zweite Goldmedaille an diesem Tag freute. Nicolas Kutscher konnte sich -40 kg nach drei vorzeitigen Siegen ebenfalls in Halbfinale vorkämpfen, musste sich dort allerdings geschlagen geben. Alle seine Kräfte nochmals gebündelt, erkämpfte er mit zwei Waza-ari-Wertungen im Kampf um Platz drei dann aber noch eine verdiente Bronzemedaille. Diese blieb Niklas Gillenkirch -34 kg dagegen verwehrt. Auch er bestritt seine Vorrunde souverän und kämpfte sich ins Halbfinale. Dort und auch im abschließenden Kampf um Bronze musste er die Stärken seiner Kontrahenten anerkennen, schnitt jedoch mit einem guten fünften Platz sehr positiv ab.

So fand sich der JC 66 vor dem Start der Altersklasse U18, die wie erwähnt beim Bundesentscheid in Senftenberg auf der Matte war, auf dem sechsten Vereinswertungsplatz wieder. „Unter 270 Vereinen ist ein sechster Platz schon etwas wert. Nächstes Jahr wollen wir mit voller Kapelle hier antreten und uns unter den besten drei wiederfinden. Gern auch ganz oben auf dem Treppchen“, gibt Trainer Sven Helbing das kämpferische Ziel für 2019 aus.

Auch am Sonntag stand Florian Böcker (2.v.l.) auf dem Podium. Foto: JC 66

Am Sonntag, dem 18.11. gingen dann noch zwei JC-Starterinnen in der U11 auf die Tatami. Hannah Urban -26,9 kg und Felicia Taube -34,5 kg schnappten sich im Gleichschritt die Silbermedaillen. Beide mussten sich jeweils nur gegen eine Gegnerin geschlagen geben und konnten ihre restlichen Kämpfe allesamt vorzeitig gewinnen.

In der abschließenden Altersklasse U17 stellte der JC 66 zwei Starter, die bereits am Tag zuvor in der U15 am Start waren. Elif Ürker konnte sich -57 kg nach harten Kämpfen auch hier nicht in die Medaillenränge kämpfen. Besser machte es der Goldmedaillengewinner des vergangenen Tages Florian Böcker -50 kg. Nach seinen fünf Kämpfen am Vortag musste er auch am Sonntag wieder dreimal auf die Tatami. Nach Freilos und Sieg wartete bereits das Halbfinale, welches Florian taktisch perfekt für sich entscheiden konnte. Somit folgte die zweite Finalteilnahme an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Und hier kämpfte sich Florian bis in die Verlängerung, da keinem der Kämpfer in der regulären Kampfzeit eine entscheidende Wertung gelang. „Bis dahin war alles perfekt. Die Taktik ging wieder voll auf. Irgendwann war der Akku dann leer und dann macht einer einen Fehler“, so Wolfgang Amoussou, der jedoch mit dieser Leistung trotz der abschließenden Niederlage sehr zufrieden war. Schließlich zeigt Böckers Formkurve weiter nach oben. „Sowohl am Samstag, als auch am Sonntag konnte Florian zweimal Krystian Liwocha aus Berlin schlagen, gegen den er die letzten Duelle noch verlor“, so Amoussou weiter. „Zwei Medaillen an zwei Tagen und auch noch Gold und Silber, das ist schon etwas Besonderes. Das gibt’s nicht alle Tage“, zollte auch Trainer Helbing Respekt.

Auch JC-Präsident Detlef Kaziur meldete sich gleich bei seinen Athleten und Trainern und sprach von einem schönen und erfolgreichen Wochenende für die Judopiraten. Er spielte damit neben den neun internationalen Medaillen auch auf die Vizemeisterschaft der U14 Mannschaft der Mädchen und die Bronzemedaille der U18 Jungs beim Bundesentscheid in Senftenberg an. Der JC.Judonachwuchs sorgt also weiterhin für Furore und lässt alle Piraten positiv in die Zukunft schauen. „Alle machen gerade einen super Job. Die Masse und die Leistungen stimmen, auch, wenn wir weiterhin daran arbeiten werden. Natürlich kostet Leistung immer auch Geld und wir werden deshalb auch im Managementbereich fleißig bleiben. Ohne unsere jetzigen und zukünftigen Unterstützer wären diese Top-Leistungen auch gar nicht möglich. Wir hoffen natürlich, dass wir für eine erfolgreiche Zukunft weitere Partner finden werden. Die Kämpfer, die Trainer und der gesamte Verein hat das jedenfalls verdient und weiß das zu schätzen“, weiß auch JC-Sportdirektor Volker Tapper, ebenfalls begeistert vom erfolgreichen Judowochenende.

Text: JC 66 Bottrop

 

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