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Judo-Förderprojekt bleibt Erfolgsmodell

Mit der Richard-Wagner-Schule nutzt die achte Schule das Angebot

Die Auswertungen der sportlichen Tests des Sportif-Projektes des Landes Nordrhein Westfalen machten deutlich, dass die Richard-Wagner-Schule eine der sportlichsten Schulen Bottrops ist. Und das, obwohl sie nicht einmal über eine eigene Turnhalle verfügt. So nutzen die Schüler der zweiten bis vierten Klassen jede Woche den städtischen Bustransfer, um zum Judoprojekt in die Dieter-Renz-Halle zu gelangen.

Trainer Sven Helbing (r.) vermittelt den Grundschülern nicht nur die ersten Judotechniken, sondern auch wichtige Werte für den Umgang miteinander.

Für Projektleiter und Judolehrer Sven Helbing zeigte sich bereits in den ersten Unterrichtseinheiten: „Die Kinder sind mit einer unglaublichen Freude und einem enormen Bewegungsdrang dabei.“ Schulleiterin Elisabeth Domin ist bei den Einheiten selbst vor Ort und findet: „Kinder lernen beim Judo gewaltfreies Miteinander. Sven Helbing vermittelt den Jungen und Mädchen Werte wie Hilfsbereitschaft, Ernsthaftigkeit, Selbstbeherrschung, Mut und Freundschaft, die nicht nur im Judo bedeutsam sind, sondern auch dem Schulethos der Richard-Wagner-Schule entsprechen.“

„Ich finde es toll, dass man Judo barfuss macht“

Und auch die Schüler machen sich so ihre eigenen Gedanken über das Judoprojekt: Tom zum Beispiel sagt: „In den letzten Monaten haben wir schon viel über diese Sportart gelernt. Judo ist eine japanische Kampfsportart, die Körper und Geist trainieren soll. Vor jedem Training ziehen wir uns einen Judoanzug an, der mit einem Gürtel gebunden wird. Den Anzug nennt man auch Kimono und den Gürtel Obi. Unser Trainer liest uns oft zu Beginn der Stunde eine Geschichte über den Löwen Leo vor, um uns bildlich durch diese Geschichte die Judowerte beizubringen. Mir macht Judo sehr viel Spaß und ich freu mich nach jedem Wochenende auf den Montagmorgen.“ Judith hat bereits gelernt: „Judo heißt „der sanfte Weg“. Für mich heißt Judo Spaß, Freiheit, Freundschaft und auf andere zu achten. Außerdem ist Judo ein guter Einstieg in die Woche. Es fällt mir leider nicht so einfach, die verschiedenen Begriffe zu behalten, aber ich finde es toll, dass man Judo barfuss macht.“ Und Christine findet Leo den Löwen am besten, der „uns über den ganzen Judounterricht begleitet, denn er muss von anderen Wildtieren lernen, wie man sich benimmt.“

Insgesamt fällt das Fazit bei den Schülern der Richard-Wagner-Schule durchweg positiv aus. Die Bewegung, die Fallschule und das Miteinander konnten den Nachwuchs für den Judosport begeistern. Auch Klassenlehrerin Sylvia Kipper ist von dem Erfolg des Projektes überzeugt: „Die Kinder lernen Disziplin und respektvolles, kontrolliertes „Dampfablassen“ und Raufen. Ich freue mich auf jeden Montagmorgen, denn die Kinder sind danach wie ausgewechselt und nach dem Wochenende endlich fit für das Lernen und Schulbankdrücken.“

Über die Fortsetzung des Projekts wird verhandelt

Momentan wird über die Fortführung des Projektes über das Jahr 2013 hinaus verhandelt. Die Chancen stehen gut. Nicht zuletzt, weil alle Beteiligten sehr zufrieden sind und alle davon profitieren. Besonders den Kinder werden nachhaltig und mit viel Freude und Einsatz Werte für das Leben vermittelt. Die Stadt Bottrop, die ELE und der Partnerverein JC 66 Bottrop haben bereits Interesse bekundet, das erfolgreiche und in Deutschland einzigartige Projekt fortzusetzen und damit einen interessanten Beitrag zur erzieherischen Entwicklung des Nachwuchses zu leisten. Die Warteliste der Schulen, die ebenfalls am Förderprojekt teilnehmen möchten, ist in jedem Fall bereits lang.

Text: Sven Helbing (JC 66)

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