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Medaillenjagd in Backnang

Das Frauenteam des JC 66 hat bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft Bronze bereits sicher

Die Frauenmannschaft des JC 66 Bottrop reist am Samstag nach Backnang in Baden-Württemberg. Dort steigt die Endrunde um die Deutsche Meisterschaften. Wie schon im Vorjahr haben die Piratinnen die Bronzemedaille sicher. Und auch wenn die Vorzeichen nicht günstig stehen, das Team von Trainer Wolfgang Amoussou wird alles daransetzen, in das Finale einzuziehen.

Das Frauenteam des JC 66 will sich in Backnang mehr als nur die Medaille abholen. Foto: JC 66

Bereits zum achten Mal in Serie vertreten die Frauen des JC 66 die Bottroper Farben bei der Endrunde um die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften. Die Bronzemedaille haben die Piratinnen wie im Vorjahr bereits sicher. Denn dank des souveränen Titels in der Nordstaffel der Judo-Bundesliga mit vier Siegen aus den vier Kampftagen ist das Team von Trainer Wolfgang Amoussou bereits für das Halbfinale gesetzt.

Dort wartet am Samstagmittag dann der Sieger der Begegnung zwischen dem JSV Speyer und dem Brander TV. Dass es gegen Speyer gehen wird, da sind sich die Experten einig. Das Team aus Rheinland-Pfalz verfügt über eine in der Spitze und Breite stark aufgestellte Truppe und konnte sich bereits drei Mal, zuletzt 2016, den Meistertitel sichern. Für den Gegner aus Aachen-Brand ist dagegen schon das Erreichen der Endrunde ein großer Erfolg, der allerdings auch für das immense Leistungsgefälle in Judo-Deutschland steht. Denn nicht erst seit dem Rückzug der Traditionsteams aus Mönchengladbach und Witten hinkt der „Norden“ dem „Süden“ deutlich hinterher. Zuletzt konnte sich 2013 mit der PSG Brandenburg ein Team aus der Nordstaffel den Meistertitel sichern. Hinter dem JC 66 Bottrop kam in diesem Jahr nur wenig. Im zweiten Halbfinale empfängt die gastgebende TSG Backnang als Südmeister den Sieger der Begegnung zwischen Düsseldorf und dem Titelverteidiger aus Wiesbaden.

Die Piratinnen gehen in ihr Halbfinale ebenfalls nur als Außenseiter. Schuld daran sind nicht nur die Qualitäten in Reihen des JSV Speyer und einige Verletzungssorgen, sondern auch die ungünstigen Rahmenbedingungen. Denn einige Parallelveranstaltungen wie die U23 EM in Ungarn, die belgischen Einzel-Meisterschaften und der bevorstehende Grand Prix in Usbekistan bedingen, dass in Backnang diesmal nicht die besten Judokämpferinnen des Landes am Start sein dürften. Der Mannschaftswettbewerb um die nationale Krone konkurriert mit den Bedürfnissen der Athletinnen, für die die Einzelwettbewerbe maßgeblich sind. Schließlich geht es nur hier, um die Meriten bei EM, WM oder sogar Olympia. Was den Deutschen Judo-Bund darüber hinaus dazu bewogen haben mag, die Endrunde für Frauen und Männer als „Doppelfinale“ zu titulieren und zeitgleich – in Konkurrenz zueinander - an unterschiedlichen Orten auszutragen, mag ein Geheimnis der Verbandsfürsten bleiben.

JC-Trainer Wolfgang Amoussou bremmst entsprechend vor der Endrunde die Erwartungen: "Unser Ziel kann es nur sein so viele Siege wie möglich zu holen. Speyer hat einfach ein Topteam und wir leider einige Ausfälle. Das ist schade, aber wir müssen das akzeptieren. Ich erwarte, dass alle Kämpferinnen ihr Bestes geben, mentale Stärke zeigen und sich gut verkaufen."

Nichtsdestotrotz darf man sich im Lager des JC 66 Bottrop auch auf die Schulter klopfen. Die neuerliche Teilnahme an der Endrunde und der erneute Gewinn einer Medaille bei den Deutschen Meisterschaften unterstreichen, die hervorragende Arbeit, die der Verein seit vielen Jahren gerade auch in der Nachwuchsarbeit leistet. Diese fördert immer wieder Talente hervor, die sich nun für ihre Mannschaft und ihren Verein bei den nationalen Titelkämpfen aufreiben werden und am Ende stolz auf ihre Ausbeute sein dürfen. Auch wenn es für Agatha Schmidt, Lena Wilkes, Saskia Wüst und Co. am Ende wieder „nur“ Bronze sein sollte.

Die Endrunde der Frauen in Backnang wird auch bei Sportdeutschland.tv übertragen. 

Text: Henning Wiegert

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