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Olympisches Flair in der Dieter-Renz-Halle

Die Topathletinnen der Judoszene kommen zum Finale nach Bottrop

Das Feld ist bereitet: Die Verantwortlichen des JC 66 Bottrop haben in den vergangenen Wochen sämtliche Kräfte gebündelt, um bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft einen würdigen Gastgeber darzustellen. Glänzen wollen die Piratinnen schließlich nicht nur auf, sondern auch neben der Tatami, zumal sich die Fans auf die Crème de la Crème des Judosports freuen dürfen.

Der Startschuss erfolgt in der Dieter-Renz-Halle ab 13.30 Uhr mit der Eröffnungsfeier und der Vorstellung der sechs Mannschaften, die in Bottrop um die Medaillen kämpfen. Spätestens dann wissen Zuschauer, Trainer und Teams auch, welche Topstars der Szene auf der Matte stehen werden. Die einzelnen Teams sind jedenfalls hochkarätig besetzt:

TSG Backnang: Südmeister mit Olympiastartern

Sina Felske (r.) und Romy Tarangul lieferten sich 2015 einen packenden Kampf. Foto: C. Dziwok

Der Meister der Südstaffel hat die weiteste Anreise. Die Stadt Backnang liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich von Stuttgart und zählt rund 36.000 Einwohner. Im Kader der TSG findet sich mit Martyna Trajdos (-63 kg) nicht nur die die WM-Fünfte dieses Jahres und Europameisterin von 2015 wieder, sondern auch eine alte Bekannte. Vor zwei Jahren trug Trajdos noch den Judogi des JC 66 und begeisterte die Fans in der Dieter-Renz-Halle. Olympiaerfahrung bringt auch Romy Tarangul (-52 kg) mit, die 2008 in Peking und 2012 in London für Deutschland auf die Matte ging. Die 29-Jährige hat gute Erinnerungen an den JC 66. Sie stand vor zwei Jahren bereits im Aufgebot der TSG Backnang, als sich die Piratinnen bei der Endrunde in Mönchengladbach im Viertelfinale mit 5:9 geschlagen geben musste. Tarangul lieferte sich einst zwei packende Duelle mit Sina Felske.

JC Wiesbaden: Überraschungszweiter aus dem Süden

Karen Stevenson kämpfte 2015 noch für den JC 66.

Die Seija und Mascha Ballhaus sorgen derzeit für Glanz im Lager des JC Wiesbaden. Die Zwillinge sind die amtierende U18 Weltmeisterin und Vize-Weltmeisterinnen und absolute Punktegarantinnen in den unteren Gewichtsklassen. Die international erfolgreiche Niederländerin Karen Stevenson (-78 kg) kennt die Dieter-Renz-Halle bereits, die 24-Jährige stand einige Jahre im Kader des JC 66.

JSV Speyer: Dritter der Südliga

Szaundra Diedrich trug auch schon den Judogi des JC 66. Foto: C. Dziwok

Der Kader des JSV Speyer, der sich 2015 den Titel sicherte, ist gespickt mit internationalen Topathletinnen. Dazu zählen etwa die Italienerin Odette Giuffrida (-52 kg), die 2016 Olympiasilber gewann, sowie die Niederländerin Kim Polling (-70 kg), die lange Zeit die Weltrangliste anführte. Polling stand ebenso wie die nationalen Topathletinnen Maike Ziech (-78 kg) und Szaundra Diedrich (-70 kg) auch schon für den JC 66 auf der Judomatte. Ziech und Diedrich kehrten nach verletzungsbedingten Auszeiten jeweils erfolgreich und vielversprechend auf die Judobühne zurück.

SUA Witten: Vize hinter dem JC 66

Esther Stam (-70 kg) heißt das Aushängeschild der Wittener. Die Niederländerin, die das internationale Startrecht für Georgien besitzt, gewann 2016 die Silbermedaille bei der Europameisterschaft und startete im gleichen Jahr bei Olympia in Rio de Janeiro. Nachwuchstalent Nieke Nordmeyer (-52 kg) glänzte zudem zuletzt mit zahlreichen internationalen Medaillen. Den Ligavergleich entschied der JC 66 in Witten mit 9:5 für sich, da fehlten Stam und Nordmeyer allerdings auf Seiten der Sport-Union.

1. JC Mönchgladbach: Dritter der Nordliga

Gar mit einer Olympiasiegerin im Gepäck könnte der 1. JC Mönchengladbach nach Bottrop reisen. Majlinda Kelmende (-52 kg), amtierende Weltranglistenerste, trug 2016 in Rio de Janeiro nicht nur die Fahne des Kosovo in das Olympiastadion, sondern gewann auch die erste Goldmedaille für ihr Land überhaupt. Ein bekanntes Gesicht in der Judoszene ist auch Myriam Roper (-57 kg). Die 35-Jährige nahm zwei Mal an olympischen Spielen teil, sammelte zahlreiche Medaillen auf internationalem Niveau. Als der Judoverband ihr mitteilte, dass für Olympia 2020 keine Perspektive mehr gesehen werde, besann sich Roper auf ihre mittelamerikanischen Wurzeln und startet seit dem für Panama. Die beiden Topstars aus Mönchengladbach standen beim 7:7-Remis am ersten Kampftag gegen den JC 66 nicht im Kader.  

JC 66 Bottrop: Nordmeister und Gastgeber

Die Piratinnen setzen auf die Unterstützung der Fans.

Über internationalen Topathletinnen verfügt aber auch der JC 66, der in der regulären Saison vor allem mit konstanten Leistungen und einem breiten wie hochklassigen Aufgebot überzeugen konnte. Die Aushängeschilder sind allen voran im Halbschwer- und Schwergewicht zu finden: Die Niederländerinnen Guusje Steenhuis und Tessie Savelkouls sowie die Italienerin Assunta Galeone zählen zu den besten ihres Fachs. Dazu gesellen sich mit Julia Rotthoff (-48 kg) und Sina Felske (-57 kg) die langjährigen Kapitäninnen der Mannschaft, die ebenfalls bereits internationale Medaillen gewinnen konnten. Dazu richtet sich ein besonderes Augenmerk natürlich auf die drei von der Stadt Bottrop geförderten Nachwuchstalente. Auch Saskia Wüst, Lena Wilkes und Agatha Schmidt wollen der Endrunde vor heimischem Publikum ihren Stempel aufdrücken und setzen auf den Support der Fans.

Zeitplan

13:00 Uhr Einlass
13:30 Uhr Feierliche Eröffnung mit Einmarsch der Teams
14:00 Uhr Viertelfinals (parallel)
  JC Wiesbaden - 1. JC Mönchengladbach
  JSV Speyer - SUA Witten
16:00 Uhr Halbfinals (parallel)
  JC 66 Bottrop (Nordmeister) - Wiesbaden o. Mönchengladbach
  TSG Backnang (Südmeister) - SUA Witten o. JSV Speyer
18:00 Uhr Finale
19:30 Uhr Siegerehrung

Text: Henning Wiegert / JC 66 Bottrop

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