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Emotionales Mannschaftsschwimmen

Ein Aufstieg und ein Abstieg auf Bezirksebene

Gemischte Gefühle herrschten bei der Schwimm-Vereinigung 1924 während des diesjährigen Durchgangs des Deutschen Mannschaftswettbewerbs im Schwimmen (DMS) auf Bezirksebene. Ein Aufstieg und ein gleichzeitiger – zwar erwarteter aber letztlich doch unglücklicher – Abstieg ließen die Emotionen aufkochen. Niklas Janik gelang eine besondere Leistung.

Erfolgreich schwammen die SVg-Herren. Foto: SVg1924

Der Modus des Wettkampfes ist, dass sämtliche Strecken (50, 100, 200, 400 und 800/1500 m Freistil, je 100 und 200 m Brust, Rücken und Schmetterling sowie 200 und 400 m Lagen) von allen Mannschaften je zwei Mal geschwommen werden müssen, wobei ein einzelner Aktiver nicht mehr als vier Mal starten und dabei keine Strecke doppelt absolvieren darf. Die erreichte Zeit wird im Rahmen einer jahrgangsoffenen Wertung anhand einer Tabelle des Weltschwimmverbandes FINA in einen Punktwert umgerechnet und die Einzelergebnisse addiert. Sieger ist dann die Mannschaft mit dem höchsten Gesamtpunktwert. Unterhalb der Bundes-, Ober- und Landesligen starten alle Mannschaften auf Bezirksebene. Im hiesigen Schwimmbezirk Nordwestfalen bilden die jeweils neun punktbesten Teams des Vorjahres die Bezirksliga, alle anderen Mannschaften die unterste Bezirksklasse.

In diesem Jahr fand der Wettkampf zudem unter besonderen äußeren Bedingungen statt. Üblicherweise werden beide Ligen zeit- und ortsgleich im Gelsenkirchener Zentralbad ausgetragen, welches über zwei Sportbecken verfügt, so dass für alle Teams das direkte Beobachten aller potenzieller Konkurrenzteams möglich ist. Aufgrund eines Fliesenschadens dort stand nun jedoch nur ein Becken zur Verfügung, so dass die Bezirksliga in das Hallenbad Gladbeck ausweichen musste. Fürdie „24er“ bedeutete dies einen hohen logistischen Aufwand, da man in beiden Ligen an den Start ging.

Bereits zwei Mal in den beiden Vorjahren scheiterte das Herrenteam jeweils nur um Haaresbreite am Aufstieg von der Klasse in die Liga. Die Motivation, es nunmehr beim dritten Anlauf zu „packen“, war also hoch. Nach einigen Rennen gingen die Bottroper, die in guter Besetzung antraten, dann auch in Führung und bauten diese bis zum Ende des ersten Durchgangs kontinuierlich aus. Im zweiten Durchgang galt es dann, den Vorsprung zu halten und gleichzeitig einen höheren Punktwert zu erzielen als das Schlusslicht der höherklassigen Liga. Und nachdem das Team mit 8.957 Punkten souverän mit über 800 Punkten Vorsprung den Durchgang der Klasse gewonnen hatte, schaute man nun gespannt auf das Resultat der Liga. Und hier hatte man sogar die zwei letzten Teams hinter sich gelassen und damit im dritten Anlauf den Aufstieg endlich perfekt gemacht. Die besten Einzelleistungen erbrachte Niklas Janik mit 563 bzw. 557 Punkten über 50 und 100 m Freistil. Eine Besonderheit war auch sein Rennen über 200 m Rücken. Für die Zeit von 2:19,21 Minuten kassierte er nicht nur weitere 436 Punkte, sondern knackte den bis dahin seit 1976 (!) bestehenden Vereinsrekord über diese Strecke. Ebenfalls hohe Punktwerte erschwammen Christian Eudenbach über 200 m Freistil (399 Punkte), Martin Döing über 50 m Freistil (403 Punkte) und Jakob Skowranek (410 Punkte). Weitere Starter waren Tim Jusik, Guido Nierman, Luc und Max Spielvogel sowie Yannik Urbanietz.

Schwere Ausgangslage für die Damen

Die Damen konnten die Klasse nicht halten. Foto: SVg1924

Unter völlig anderen Umständen trat das Damenteam an. Dieses hatte bereits im vergangenen Jahr den Aufstieg in die Liga geschafft. Aufgrund einiger Abgänge im letzten Jahr sowie weiterer Ausfälle stand nicht mehr das ursprüngliche Aufstiegsteam zur Verfügung. Gedanklich war man daher bereits vor dem ersten Start auf den Abstieg eingestellt. Nach dem ersten Durchgang schien sich diese Prognose auch bereits bestätigt zu haben, als man den neunten und damit letzten Platz belegte und gleichzeitig auch sechs Teams der Klasse einen höheren Punktwert aufwiesen.

Aber im zweiten Abschnitt lief es dann besser. Hier konnte das Bottroper Team die eigenen Stärken deutlich besser ausspielen und rollte das Feld von hinten auf. Zwischenzeitlich lag man auf dem sechsten Platz und konnte auch die Rückstände zu den Teams der Bezirksliga verkürzen, so dass kurzzeitig Hoffnung auf den unerwarteten Klassenerhalt bestand. Dann machte sich jedoch das Fehlen einiger leistungsstarker Schwimmerinnen bemerkbar, so dass es letztlich mit 8.568 Punkten der siebte und damit drittletzte Platz wurde. Da die drei erstplatzierten Teams der Klasse einen höheren Punktwert aufwiesen, musste das Damenteam dann doch den direkten Abstieg hinnehmen. Trotzdem überwog die Freude über die im Vorfeld nicht erwartete Gesamtleistung und einen hervorragenden Zusammenhalt im Team. Die besten Einzelleistungen erbrachten Vera Sporckmann über 50 und 100 m Freistil (440 und 431 Punkte), Jana Hegemann über 50 m Freistil (436 Punkte) und Nele Banczyk über 200 m Freistil (425 Punkte). Weitere Starterinnen waren Kira Döing, Louisa Rövemeier, Dana und Sandrina Schwarze, Ivy Spielvogel und Laura Thürstein.

Text: SVg Bottrop 1924

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