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Perfektes Zusammenspiel beim Marktplatzstoßen

Engagement und Inklusion gepaart mit Kraft und Technik auf dem Berliner Platz

Auf den spannenden Sport-Talk am Freitagabend im Cafe Corretto folgte im Rahmen der NRW Gala am Samstag mit dem Marktplatzstoßen gleich noch eine weitere Premiere. Weltmeister David Storl und sieben weitere Topathleten aus der nationalen und internationalen Leichtathletikszene sowie der Paralympics präsentierten hautnah das perfekte Zusammenspiel aus Kraft und Technik beim Kugelstoßen.

Bis tief in die Nacht hatten sie unter Scheinwerferlicht an der Konstruktion rund um den Kugelstoßring gewerkelt, das Gefälle auf dem Berliner Platz erwies sich als wahre Herausforderung. Schließlich galt es die strengen Normen der Leichtathletik-Verbände zu erfüllen. Das Ergebnis am Ende: perfekt! „Wir lagen bei den Abweichungen nur im Millimeterbereich“, war Cheforganisator Dirk Lewald vom LC Adler Bottrop am Samstagmorgen nach einer kurzen Nacht zurecht stolz auf die Leistung des Helferteams, das wahrlich ganze Arbeit geleistet hatte. Die Sportler dankten auf ihre Weise mit einem tollen Wettbewerb und die rund 400 Zuschauer, die sich rund um die Sportstätte drängten, sorgten für eine tolle Atmosphäre auf dem Berliner Platz.

Nachwuchs eröffnet den Wettbewerb

Der Nachwuchs durfte als erstes die Atmosphäre auf dem Berliner Platz aufsaugen.

Eröffnet wurde der Wettbewerb durch den Nachwuchs der U18 und U20. Jonas Herzog, Niklas Nagel, Simon Ehring, Sven Lindemann, Severin Jansen, Gerrit Tüchthüsen sowie Svenja Luggenhölscher, Emily Goga und Jessica Wlodasch durften sich bei der Athletenvorstellung bereits wie die Profis fühlen. "Das macht einen schon ein wenig stolz. Schließlich trainieren viele der Sportler schon ihr Leben lang bei uns im Vereine", freute sich Simone Lewald. Die anfängliche Nervosität legten die jungen Sportler schnell ab und ließen dann die Kugeln sprechen. Die Bestweiten gingen an Gerrtit Tüchthüsen (U18, 5kg, 13,44m), Niklas Nagel (U20, 6kg, 11,59m) und Jessica Wlodasch (U20, 4kg, 11,36m). Für die einzige auswärtige Starterin im Feld hatte sich die Anreise aus Siegburg wahrlich gelohnt, zumal sie im Anschluss noch emsig Autogramme und Erinnerungsfotos mit den Stars der Szene sammelte.

Denn die folgten direkt im Anschluss und sorgten schon beim Einstoßen für faszinierte Blicke bei den Zuschauern. Unter ihnen weilte auch Oberbürgermeister Bernd Tischler, der es sich nicht nehmen ließ, den Wettkampf gemeinsam mit Spiky – dem Maskottchen des LC Adler Bottrop – zu eröffnen.

David Storl wurde auf dem Berliner Platz dritter.

Der Wettbewerb lieferte dann eindrucksvolle Bilder und bestätigte die Worte von Sebastian Dietz vom Vorabend: Inklusion kann so einfach sein. Seite an Seite absolvierten die Topleute der olymischen wie paraolympischen Szene ihren Schlagabtausch. Die Bestweite gelang allerdings nicht David Storl. Der zweifache Weltmeister musste sich bei seinem ersten Auftritt nach einer längeren Verletzungspause mit Platz drei und „nur“ 19,03 Metern. Der Sieg ging an den Bosnier Mesud Pezer (21,16 Meter) vor dem Portugiesen Tsanko Amaudow (19,78 Meter). Jubeln konnte aber auch Niko Kappel. Der kleinwüchsige Olympiasieger von 2016 steigerte seine persönliche Bestleistung um einen Zentimeter auf 14,03 Meter und stieß damit in Bottrop weiter als bei seinem Olympiasieg in Rio de Janeiro.  

Neuauflage nicht ausgeschlossen

Auch 2020 könnten David Storl, Niko Kappel und Co. wieder in Bottrop antreten.

Von der Atmosphäre und den Gegebenheiten auf dem Marktplatz zeigten sich die Sportler abschließend gleichermaßen begeistert. Eine Neuauflage in 2020, dann als Generalprobe für Olympia in Tokio? Warum nicht? Auch Dirk Lewald zeigte sich nicht abgeneigt und zog ein positives Fazit: „Es hat alles super geklappt. Das war ein tolles Event für die Zuschauer und die Stadt Bottrop.“ Sagte es – und verschwand. Nur um eine Stunde nach Wettkampfende schon wieder im Jahnstadion aufzuschlagen. Dort, wo dann am morgigen Sonntag ab 11 Uhr mit der NRW Gala Bottrop der Höhepunkt eines spektakulären Sportwochenendes steigt. Das Marktplatzstoßen, es war die perfekte Einstimmung. Und da, wo nicht nur Kraft und Technik perfekt zusammenspielen, sondern auch Inklusion und gemeinütziges Engagement, da kann Großes entstehen.

Weitere Informationen:

Text: Henning Wiegert

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