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Vom Schlagball-Virus infiziert

Als Teamchef von Langeoog gewann Peter te Heesen 2017 den inoffiziellen Titel des Deutschen Meisters

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bietet sich traditionell an, um auf das Sportjahr zurückzublicken. Das ist auch bei Peter te Heesen nicht anders. Der Vorsitzende des TV Blau-Weiß Bottrop feierte seinen größten sportlichen Erfolg in 2017 aber nicht auf dem Tenniscourt, sondern als Teamchef der Schlagball-Equipe der Nordseeinsel Langeoog, zu der Sohn Tom zählt. Mit selbiger gewann er bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft den Titel.

Peter (l.) und Tom te Heesen (Nr. 16) mit dem Team "Langeoog".

Schlagball war einst ein populärer deutscher Volkssport. Doch nach dem zweiten Weltkrieg geriet die Kombination aus Brennball, Völkerball und Baseball nahezu komplett in Vergessenheit. Lediglich auf den beiden Nordseeinseln Langeoog und Spiekeroog wahrte man entlang der Strände die Tradition des komplexen Sporterlebnisses. Seit 1958 wird jährlich ein Inselwettkampf ausgetragen. Vor allem die vielen Feriengäste ließen sich von dem Schlagball-Virus infizieren und an dieser Stelle kommt auch Peter te Heesen ins Spiel. „Wir machen seit den 70er Jahren auf Langeoog Urlaub und als junger Mensch, der mit Sport etwas anfangen kann, ist man vom ersten Moment an begeistert vom Schlagball. Die Kombination aus Laufen, Werfen und Passen bedeutet auch eine kognitive Herausforderung und verlangt einem alles ab.“

Als 10-Jähriger macht Peter te Heesen die ersten Schritte auf dem Schlagball-Feld, 1984 gehört er erstmals zur Langeooger Auswahl beim Inselwettkampf, der gerne schon einmal über 1500 Zuschauer an den Strand lockt. Nach 18 Jahren als Aktiver mit dem Schlagholz übernimmt er schließlich die Rolle des Trainers, heute ist er Teamchef der Langeooger Mannschaft, in der Sohn Tom mittlerweile in die Fußstapfen des Vaters tritt. Wenn es in den Sommerferien in die heiße Phase und die Vorbereitungen auf den Inselwettkampf geht, tummeln sich gerne einmal über 100 Sportlerinnen und Sportler auf den Trainingsplätzen an den Stränden.  

Tom te Heesen weiß ebenfalls mit dem Schlagholz umzugehen.

Über die Jahrzehnte haben die Urlauber die lange in Vergessenheit geratene Sportart aber auch auf dem Festland wieder populär gemacht. „Der Sport boomt! In zahlreichen Ballungsgebieten haben sich wieder Mannschaften gebildet, die regelmäßig trainieren, den Sport aber auf einer der Inseln kennengelernt haben“, weiß Peter te Heesen und ergänzt: „Es ist enorm, mit welcher Athletik heute gespielt wird.“

In der Folge wurde auch der Ruf nach neuen Wettkampfformen laut und es entwickelte sich die Schlagball-Tour um den inoffiziellen Titel des deutschen Meisters, die 2017 zum zweiten Mal ausgetragen wurde. An fünf Standorten in Mülheim an der Ruhr, Spiekeroog, Kiel, Osnabrück und Hamburg machte die Tour Station. Der Sieger hieß am Ende Langeoog - mit Peter und Tom te Heesen. „Für den Titel können wir uns schon auf die Schulter klopfen“, freute sich der Teamchef. Ein Punkt machte in der Abschlusstabelle gegenüber dem Rivalen aus Spiekeroog den Unterschied aus. Gefeiert wurde am Ende – und gerade das macht den Schlagball-Sport aus – gemeinsam mit allen Teams. Eine Selbstverständlichkeit, wie Peter te Heesen betont: „Wir sind alle einfach eine riesige Familie und freuen uns deshalb nun auch schon alle auf das Wiedersehen in 2018.“

Weitere Informationen zum Schlagball-Sport und der Schlagball-Tour finden sich auf www.schlagball.org.

Text: Henning Wiegert

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