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Lazareck und Möllers gewinnen Königsklassen

Tolle Endspiele und Favoritensiege bei den Tennis-Stadtmeisterschaften

Nach drei tollen Turnierwochen endeten am Wochenende die Tennis-Stadtmeisterschaften beim TC Eigen-Stadtwald. In den Königsdisziplinen gingen die Titel an Julia Lazareck (TV Blau-Weiß Bottrop) und Kim Möllers (TC Blau-Gelb Eigen). Aber nicht nur in der offenen Klasse, sondern auch in den Altersklassen und B-Konkurrenzen gab es spannende und sehenswerte Endspiele.

Herren A: Möllers zeigt seine Klasse

Kim Möllers gewann seinen ersten Stadtmeistertitel und hatte viel Lob für die Veranstaltung übrig.

Kim Möllers – Jan-Rudolf Möller 6:2, 6:1

Das ganz große Tennisspektakel blieb zwar aus, die rund 300 Zuschauer sahen beim TC Eigen-Stadtwald dennoch ein würdiges Endspiel. Nachdem ihm im vergangenen Jahr noch eine Wadenverletzung einen Strich durch den Titeltraum gemacht hatte, war es diesmal der Rücken, der Jan-Rudolf Möller daran hinderte den amtierenden Verbandsmeister Kim Möllers intensiver in Bedrängnis zu bringen. "Es ist wirklich ärgerlich. Ich bin eigentlich nie verletzt und jetzt trifft es mich schon zum zweiten Mal vor einem Finale. Ich hätte ihm das Leben gerne etwas schwerer gemacht", haderte Möller nach der 2:6, 1:6-Niederlage. Eine falsche Bewegung im morgendlichen Doppel mit Christian Müller hatte die Beweglichkeit des Waldhöfers eingeschränkt. Auf der anderen Seite hatte Möllers entsprechend ein verhältnismäßig leichtes Spiel, ließ aber immer wieder seine große Klasse aufblitzen und hatte nach seinem Finalsieg viel Lob für die Bottroper Tennis-Titelkämpfe übrig: "Ich spiele wirklich viele Turniere, bei denen es um wesentlich mehr geht, aber die Atmosphäre hier ist etwas besonderes. Man spielt nur selten vor so vielen Zuschauern und deshalb kann ich die Verantwortlichen nur darin bestärken, das Turnier weiter zu entwicklen, auch wenn die Meldezahlen zuletzt vielleicht etwas rückläufig waren. Das ist hier eine tolle Veranstaltung."

Damen A: Lazareck nutzt die Gunst der Stunde

Julia Lazareck – Paulina Loipfinger 6:4, 6:4

In der Altersklasse 30 hat Julia Lazareck den Einzeltitel bereits zweimal gewonnen, in diesem Jahr nutzte die 33-Jährige die Gunst der Stunde, um sich in Abwesenheit von Leonie Schuknecht auch in der Königsdisziplin der offenen Klasse noch einmal in die Siegerliste einzutragen. Acht Jahre nach ihrer Finalniederlage gegen Stefanie Kubetta setzte sich Lazareck gegen ihre Teamkollegin Paulina Loipfinger mit 6:4 und 6:4 durch. "Am Ende hat sich meine Spielweise und die Erfahrung durchgesetzt. Ich habe mich auf dem Platz gut gefühlt", äußerte sich Lazareck nach ihrem Sieg.

Damen B: Von der Doppelpartnerin gemeldet und gewonnen!

Die "Hotten Totten" mit ihrer Stadtmeisterin Anne Koch (2.v.l.).

Annekatrin Koch – Eva Wailer 7:5, 6:1

Eigentlich wollte Annekatrin Koch gar nicht bei den Stadtmeisterschaften aufschlagen. "Ich bin überhaupt nicht turnieraffin und habe mit zehn zuletzt an irgendwelchen Stadtmeisterschaften im Einzel teilgenommen", so die gebürtige Oberhausenerin. Erst ihre Doppelpartnerin überzeugte sie von einer Meldung im B-Feld und meldete sie kurzerhand auch für die Titelkämpfe an. Alles richtig gemacht! Nach einem umkämpften ersten Satz brach Koch im zweiten Durchgang früh den Widerstand ihrer Finalgegnerin Eva Wailer, ging am Ende mit einem 7:5, 6:1-Erfolg als Siegerin vom Platz und nahm anschließend mit einem Strahlen die Glückwünsche ihrer Mitspielerinnen des TC Waldhof entgegen. Die "Hotten Totten" freuten sich mit ihrer Stadtmeisterin, die im kommenden Jahr dann eine Kandidatin für das A-Feld ist.

Herren B: Patrick Adam krönt sich in Spiel fünf zum B-Stadtmeister

Patrick Adam (l.) bezwang in seinem fünften Turniermatch den Feldhausener Björn Wala.

Patrick Adam – Björn Wala 6:2, 7:5

Lokalmatador Patrick Adam fuhr im letzten Spiel am Samstag den ersten Turniertitel für den TC Eigen-Stadtwald ein und versetzte sich damit in beste Stimmung für die anschließende Players Party. Als Chef an der Cocktailbar nahm er auch dort eine tragende Rolle ein und konnte gleichzeitig zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen. Die hatte sich Adam dank einer guten Vorstellung gegen Björn Wala vom TC Feldhausen verdient, dem es erst im zweiten Durchgang gelang das Match spannend zu gestalten. "Anfangs habe ich einfach zu viele leichte Fehler gemacht", haderte Wala nach der 2:6, 5:7-Niederlage. Mit fünf gewonnenen Einzeln in den vergangenen zwei Turnierwochen hält Patrick Adam auch einen Turnierrekord für 2018: Kein Spieler in einer Einzelkonkurrenz musste häufiger siegen, um sich zum Stadtmeister zu krönen.

Herren 30: Doppelte Freude bei Christian Müller

Christian Müller (r.) und Tobias Sprenger machten es wieder einmal spannend. Foto: S. Lindemann

Christian Müller – Tobias Sprenger 6:1, 6:4

In der Neuauflage des Vorjahresendspieles bei den Herren 30 riss nach dem Matchball erneut Christian Müller die Arme in die Luft. Nachdem ihm der erste Satz mit einem 6:1 noch locker von der Hand gegangen war, steigerte sich Lokalmatador Tobias Sprenger im zweiten Durchgang erheblich und es entwickelte sich das erwartet hochklassige Duell. In der entscheidenden Phase des Spiels nutzte dann aber der Waldhöfer seine Chance und verwandelte seinen dritte Matchball zum 6:4-Satz- und Matchgewinn. "Ich glaube, ich hatte mit meiner Vorahnung, dass es gegen Tobi immer spannend und nie leicht wird recht und bin deshalb auch froh, dass ich den zweiten Satz noch drehen konnte. Für mich war das ein schöner Abschluss einer total spannenden und emotionalen Woche", so ein glücklicher Christian Müller, der am Donnerstagabend zum ersten Mal Vater geworden war.

Damen 30: Heimsieg für Bianca Stötzel

Bianca Stötzel - Wiebke Hamel 6:4, 6:3

Auch im zweiten Anlauf blieb Wiebke Hamel der Titel bei den Damen 30 verwehrt. Sie fand in Bianca Stötzel ihren Meister, die nach einer starken Leistung den 6:4, 6:3-Heimsieg feiern durfte. Dabei konnte es sich Stötzel im zweiten Satz sogar leisten, ein komplettes Spiel mit vier Doppelfehlern abzugeben. Es war der letzte Spielverlust an diesem Tag und somit verkraftbar. "Ansonsten hat sie ihr Spiel wirklich gut durchgezogen und ausgenutzt, dass ich mich nach den Strapazen der letzten Wochen nicht so super bewegen konnte", so Wiebke Hamel. Als 2015 ebenfalls beim TC Eigen-Stadtwald aufgeschlagen wurde, hatte Stötzel den Finalsieg noch verpasst, diesmal war sie vor heimischem Publikum verdientermaßen oben auf.

Herren 40: Langes Spiel, deutliches Ergebnis!

Manuel Pfeiffer – Michael Altmann 6:2, 6:0

Langes Spiel, deutliches Ergebnis! Dank des 6:2, 6:0-Erfolges über Bezirksmeister Michael Altmann sicherte sich Manuel Pfeiffer, Neuzugang beim TC Waldhof, nach rund zwei Stunden Spielzeit seinen ersten Stadtmeistertitel. "In den entscheidenden Momenten hat mein Gegner die Punkte einfach nicht gemacht. Das nimmt man dann natürlich gerne mal mit", äußerte sich Pfeiffer nach seinem Turniererfolg, bei dem nur das Ergebnis, nicht aber der Spielverlauf deutlich ausfiel. "Ich hatte sicher nicht meinen besten Tag, hätte aber durchaus ein paar Spiele mehr verdient gehabt", bilanzierte Michael Altmann, der sich etwas enttäuscht ob der dünnen Zuschauerresonanz am Samstag zeigte: "Als ich vor einigen Jahren hier mein erstes Finale gespielt habe, standen am Spielfeldrand bestimmt 200 Zuschauer. Die Terminierung des Turniers parallel zu den Medenspielen ist einfach ungünstig."

Herren 40 B: Strahlender Premierensieger

Christopher Floegel – Michael Habermüller 6:0, 6:1

Auch das Endspiel in der B-Konkurrenz bei den Herren 40 unterstrich es noch einmal: Die Einführung dieser Konkurrenz war eine gute Entscheidung der Organisatoren. Nicht anders lässt sich das Strahlen des Premierensiegers Christopher Floegel (TC Waldhof) nach seinem 6:0, 6:1-Sieg über Michael Habermüller (TC VfB Kirchhellen) interpretieren. "Ich freue mich total. Ich stand früher schon mal in Endspielen, aber es hat nie zu einem Stadtmeistertitel gereicht. Jetzt hat es endlich geklappt", jubelte Floegel, nachdem er auf dem Platz sein bestes Tennis gezeigt hatte und mit seinem zielstrebigen Spiel seinem Kontrahenten früh den Zahn gezogen hatte.

Damen 40 B: Winge-Amft gewinnt das Marathon-Duell

Christiane Winge-Amft gewann die Premiere in der B-Konkurrenz bei den Damen 40. Foto: S. Lindemann

Christiane Winge-Amft - Susanne Schön 5:7, 6:1, 10:4

Die erste Siegerin in der B-Konkurrenz bei den Damen 40 heißt Christiane Winge-Amft (TC Blau-Gelb Eigen). 16 Jahre nach ihrem Erfolg in der B-Konkurrenz in der offenen Klasse stand sie erneut ganz oben auf dem Podest. Der Weg dahin war allerdings lang, sehr lang sogar. Weit mehr als zwei Stunden wehrte sich Susanne Schön (TC Eigen-Stadtwald) nach Kräften, ehe Winge-Amft im Match-Tiebreak nach 5:7 und 6:1 ihren ersten Matchball nutzen konnte.

Herren 50: Radev holt im ersten Spiel den Titel

Anton Radev (l.) nimmt die Glückwünsche von Michael Amft entgegen.

Anton Radev – Michael Amft 6:1, 6:2

Wenig überraschend entschied Anton Radev das Finale bei den Herren 50 für sich. Der Bulgare musste sich dafür allerdings - anders als noch zuvor, als seine Kontrahenten jeweils abgesagt hatten - immerhin mit Ball und Schläger auf den Platz bewegen. Michael Amft stellte sich der Herausforderung und nutzte die Gelegenheit, um in vielen Momenten sein Können unter Beweis zu stellen, wenngleich Anton Radev stets das Heft in seiner Hand behielt. Dennoch stellt sich nach dem überdeutlichen 6:1, 6:2-Erfolg die Frage, ob Anton Radev in der Altersklasse 50 tatsächlich richtig aufgehoben ist. Dem sportlichen Wert der Stadtmeisterschaften hätte eine Meldung bei den 40ern jedenfals deutlich besser zu Gesicht gestanden.

Damen 50: Rebbelmund gewinnt harten Kampf

Jubel und Erleichterung bei Birgit Rebbelmund. Foto: S. Lindemann

Birgit Rebbelmund - Martina Kolenda 7:6, 6:2

"Ich bin überglücklich, denn es war ein harter Kampf gegen eine wirklich fitte Gegnerin. Ich musste viel Willen an den Tag legen, um dieses Spiel nach hause zu bringen", freute sich Brigit Rebbelmund (VfL Grafendwald) nach ihrem Titelgewinn bei den Damen 50 und dem umkämpften 7:6, 6:2-Erfolg über Martina Kolenda (TV Blau-Weiß), die im Vorjahr gewonnen hatte. Für Birgit Rebbelmund war es der zweite Titelgewinn in der Altersklasse 50.

Herren 55: Der Bezirksmeister wird auch Stadtmeister

Peter Beautemps - Hermann Moß 6:2, 6:3

Mit Peter Beautemps vom TV Blau-Weiß Bottrop triumphierte im Stadtmeisterschaftsendspiel der amtierende Bezirksmeister. Dank einer starken Leistung setzte er sich im Finale gegen die Nummer eins der Setzliste durch. Hermann Moß zeigte eine gute Vorstellung, musste sich Beautemps am Ende aber dennoch mit 2:6 und 3:6 geschlagen geben.

Damen 55: Titel Nummer sechs für Kosima Wedig

Kosima Wedig – Gabriele Rurainsky 6:1, 7:6

Etwas wehmütig blickte Renate Czekalla schon auf, als sich Kosima Wedig (TC Waldhof) und Gabi Rurainsky (TC Blau-Gelb Eigen) für ihren Einsatz im Endspiel bei den Damen 55 spielbereit machten. Die Altmeisterin, die diesmal verletzungsbedingt passen musste, ließ es sich aber natürlich nicht nehmen, den beiden Finalistinnen ein gutes Match zu wünschen. Und das bekamen die Zuschauer spätestens im zweiten Satz, als auch Rurainsky ins Spiel fand und sich ein Duell auf Augenhöhe entwickelte. Am Ende hatte Kosima Wedig dann aber nach 6:1 und 7:6 doch die Nase vorne und sicherte sich ihren sechsten Einzeltitel bei den Stadtmeisterschaften.

Herren 60: Fünfter Einzeltitel für Martin Evers

Martin Evers – Volker Schmidt 6:2, 6:0

Schon als Martin Evers (TC Blau-Gelb Eigen) 2012 erstmals im Einzel zu Stadtmeisterehren kam, damals noch bei den Herren 55, hieß der Gegner Volker Schmidt (VfL Grafenwald). Auch damals wurde beim TC Eigen-Stadtwald gespielt und auch die Neuauflage war letztlich eine klare Angelegenheit. "Der Überraschungfinalist hat leider nicht gewonnen", kommentierte Volker Schmidt die 2:6, 0:6-Niederlage mit einem Lachen. Für Martin Evers bedeutete der Erfolg den fünften Einzeltitel.

Herren 65: Titelpremiere für Dieter Mathiszik

Dieter Mathiszik – Franz Dore 6:1, 6:0

Auch der TC Waldfriede freut sich 2018 über einen Stadtmeistertitel. Erstmals in seiner langen Tenniskarriere konnte sich Dieter Mathiszik in die Siegerliste eintragen. Nachdem ihn vor zwei Jahren noch ein Sturz auf das Handgelenk die Titelchance gekostet hatte, nutzte er nun seine Chance und setzte sich gegen Franz Dole vom TC Bottrop klar und verdient mit 6:1 und 6:0 durch. Dore hatte zuvor zunächst von einer kuriosen Spielaufgabe profitiert und dann im Halbfinale von der Absage von Paul Psilias. Für ihn war schon der Finaleinzug ein toller Erfolg.

Herren 70: Ridder muss die Reißleine ziehen

Werner Bildstein – Werner Ridder 6:3, 3:2

"Das ist mir echt noch nie passiert und ich mache schon wirklich lange Sport", beschreibt Werner Ridder die wohl spielentscheidende Szene gleich zu Beginn seiner Finalpartie gegen Werner Bildstein, als es den 76-Jährigen plötzlich im Oberschenkel zuckte. Zwar wehrte sich Ridder weiter nach Kräften und erlief zum Erstaunen der Zuschauer auch noch zahlreiche Bälle seines Kontrahenten, ehe er dann - auch mit Blick auf das Doppelfinale am Sonntag - doch die Reißleine zog und beim Stand von 6:3 und 3:2 für Werner Bildstein das Match beendete und seinem im Vorfeld auch favorisierten Kontrahenten vorzeitig zum Sieg gratulierte. Auf selbigen wurde dann selbstverständlich und standesgemäß gemeinsam im Clubheim an der Theke angestoßen.

Texte: Henning Wiegert

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