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Letzter Winter in der Tennishalle Regent

Nach 16 Jahren verkauft Frank Zwickl die Tennishalle an der Knippenburg

In der hiesigen Tennisszene ist Frank Zwickl eine Institution. Kaum einer ist besser vernetzt, kaum einer kennt sich im regionalen Tenniszirkus besser aus. Seine Basis hat der 57-jährige Tennistrainer seit 16 Jahren in der Tennishalle Regent. Doch wenn im Spätsommer die ersten Einheiten wieder in die Halle verlegt werden, dann sind die Tage an der Knippenburg gezählt. Nach der regulären Wintersaison schließt die Traditionssportstätte im Frühjahr 2021 ihre Tore.

„Ich will einfach nicht mehr müssen. Ich habe 26 Jahre lang an sieben Tagen in der Woche gearbeitet und meiner Familie versprochen, dass wir noch etwas vom Leben haben. Nicht zuletzt bin ich vor kurzem auch stolzer Großvater geworden und die Corona-Zeit hat mir gezeigt, dass mir etwas Ruhe wirklich gut tut. Als dann ein passendes Kaufangebot kam, habe ich gemerkt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um einen Schlussstrich zu ziehen“, erklärt Zwickl, der in seiner Halle stets mehr als nur Inhaber war. Auf ihm vereinten sich die Rollen als Trainer, Geschäftsführer, Service-Kraft, Psychologe und Handwerker in Personalunion. Mit einem Lachen sagt der 57-Jährige: „Noch so einen Bekloppten wie mich, wird es vermutlich nicht geben.“

Tennisteam Zwickl arbeitet mit Hochdruck weiter

Frank Zwickl, hier im Dialog mit der Niederländerin Elke Tiel, wird seine Tennisexpertise auch künftig einbringen.

Doch auch ohne seine Tennishalle mit angeschlossenem Shop wird Frank Zwickl der Tennisszene erhalten bleiben. Die Verantwortung innerhalb des Trainerteams, das vor allem beim TV Blau-Weiß Bottrop und beim TC Helene in Essen für die sportlichen Belange verantwortlich zeichnet, wird er allerdings sukzessive seinem Sohn übertragen. Die Nachfrage nach Tennistraining ist schließlich ungebrochen, wenngleich bei den künftigen Planungen ohne eigene Halle künftig etwas mehr Flexibilität gefragt ist. „Ich selbst werde dem Verein natürlich verbunden bleiben und mich auch künftig einbringen. Ich möchte dem Tennis etwas zurückgeben, denn ich habe dem Sport und den Vereinen viel zu verdanken“, weiß Zwickl und denkt dabei auch an den TC Eigen-Stadtwald, bei dem er vor fast 25 Jahren seine erste feste Trainerstation in Bottrop antrat.

Ausreichende Hallenkapazitäten in Bottrop

An der Knippenburg endet dagegen das Kapitel Tennis im kommenden Sommer endgültig, nachdem in unmittelbarer Nachbarschaft schon vor vielen Jahren die Halle an der Brakerstraße geschlossen hatte. Künftig wird eine Firma für Lagerung und Logistik die über 2.500 Quadratmeter Hallenfläche bewirtschaften.

Was bleibt? In Bottrop gibt es mit der Tennishalle Kirchhellen in Grafenwald und dem TennisCentrum Rheinbaben zwei weitere kommerzielle Tennishallen. Dazu verfügen der TC Blau-Gelb Eigen, der TC Eigen-Stadtwald und der TC Heide über vereinseigene Hallenkapazitäten. Unweit der Stadtgrenze existiert in Essen-Bergeborbeck mit dem TVN Tennis-Zentrum zudem eine der größten Tennishallen in Europa mit insgesamt 14 Plätzen. Die Tennisspieler müssen sich entsprechend keine Sorgen machen, im Winter künftig kein Dach mehr über dem Kopf zu haben. Was dagegen zweifelsohne fehlen wird, das ist die geballte Tenniskompetenz um Frank Zwickl am Traditionsstandort an der Knippenburg.

Text: Henning Wiegert

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