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Derby auf ungewohnten Terrain

Der VfB Kirchhellen empfängt den TSSV Bottrop

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während sich der neutrale Beobachter über ein Tischtennishighlight besonderer Güte an einem zentralen Ort in Bottrop freuen darf, bricht der VfB Kirchhellen zähneknirschend mit seiner über 45-jährigen Tradition und spielt außerhalb seiner heimischen Dorfumgebung, aber die nach wie vor unzumutbaren Bodenverhältnisse machen eine Austragung der Begegnung auf Wettkampfniveau in der Halle am Vestischen Gymnasium unmöglich.

Nicht nur deswegen dürfen sich die Zuschauer auf ein Ereignis von historischer Bedeutung einstellen, denn eine Begegnung zwischen dem VfB Kirchhellen und dem TSSV Bottrop wird es in der Verbandsliga wohl nicht mehr geben. Und das liegt nicht nur daran, dass kaum ein Experte am Aufstieg der Fuhlenbrocker in die NRW-Liga zweifelt, sondern vielmehr daran, dass sich der VfB nach Abschluss der Saison aus dem Leistungssport wohl verabschieden muss. „Dass langjährige Leistungsträger, die sich in Kirchhellen wegen der geselligen und harmonischen Atmosphäre ohne besondere finanzielle Anreize stets wohl gefühlt haben, nun dem Verein den Rücken kehren, ist sicher auch den seit 2015 fast durchgängig unzumutbaren Bodenverhältnissen geschuldet“, so Pressewart Ralph Stenzel, der momentan die Abteilung kommissarisch leitet, „denn ein geordneter Trainingsbetrieb ist schon lange nicht mehr möglich.

Das schwächt auf Dauer die Bindung zum Verein und irgendwann reißt verständlicherweise der Geduldsfaden. Die zuletzt eingeleiteten Maßnahmen der Stadt kommen zu spät“, bedauert Stenzel, der einräumt, dass auch andere strukturelle oder private Gründe dazu beigetragen haben, dass die Mannschaft, die weit über zehn Jahre in der Ober- und NRW-Liga für Furore sorgte, nun wahrscheinlich auseinanderbricht.

Symbolträchtiges Derby

Umso symbolträchtiger wird für die gesamte Kirchhellener Tischtennisabteilung die Begegnung am Samstag, um 18 Uhr in der Janusz-Korczak-Gesamtschule, Horster Str. 114, denn hier kann man nochmals demonstrieren, dass Tischtennis im seit 1972 erfolgreichen Bottroper Verein schon etwas Besonderes ist. „Die Jungs werden sich voll reinhängen“, ist sich Stenzel sicher, „zumal die halbe TSSV-Mannschaft ja auch schon in Kirchhellen gespielt hat“.

So hofft man im VfB-Lager auf reges Zuschauerinteresse in ungewohnter Umgebung und freut sich über die unbürokratische und bereitwillige Überlassung der Spielstätte durch die TTG 75 Bottrop. Auch das nächste Derby gegen Olympia soll dort ausgetragen werden.

Insgeheim glaubt man weiter an den Fortbestand der erfolgreichen Arbeit und gibt die Hoffnung nicht auf, auch in Zukunft leistungsstarke Spieler ins Dorf zu lotsen, zumal sich in der Bodenproblematik tatsächlich etwas zu bewegen scheint. 

Jahreshauptversammlung am kommenden Montag

Grundstein dafür soll am kommenden Montag bei der richtungsweisenden Jahreshauptversammlung ab 19.30 Uhr im Brauhaus gelegt werden. Neben den Vorstandsberichten und umfangreichen Neuwahlen soll auch über eine Abteilungsordnung befunden werden, die einen strukturellen Neuanfang erleichtern kann. Daher sind alle Abteilungsmitglieder, darunter auch die Jugendlichen und deren Eltern, aufgefordert und eingeladen, zahlreich zu erscheinen.

Text: Ralph Stenzel (VfB Kirchhellen - Tischtennis)

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