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Projekt mit Vorbildcharakter

Der TC Blau-Gelb Eigen verfügt nun über einen Defibrillator

Nach dem tragischen Tod eines Tennisspielers bei den diesjährigen Stadtmeisterschaften auf der Anlage des TC Blau-Gelb Eigen, sah der Verein die Anschaffung eines Defibrillators als nötige Maßnahme, um zukünftig für solche Vorfälle gerüstet zu sein. Um sicherzustellen, dass zu jeder Zeit jemand auf der Anlage ist, der mit dem Gerät umgehen und ebenso wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen leisten kann, nahmen nun neben je einem Mitglied aus jeder Mannschaft, dem Trainer und dem Sportwart auch der Clubwirt an einem Lehrgang teil.
Michael Amft und Frank Pinnow präsentieren gemeinsam den Defibrillator.

Als Unterstützer des Projekts konnte der TC Blau-Gelb Eigen die Sparkasse Bottrop gewinnen, die sich seit Jahren im Tennissport engagiert und als Sponsor der Stadtmeisterschaften ebenfalls an einer dauerhaften Lösung für solche Notfälle interessiert ist. „Von solchen Vorfällen hört man immer öfter, daher sehen wir es als vorbildlich, dass der Verein sich einen Defirbillator angeschafft hat, der bei Stadtmeisterschaften auch an andere Vereine verliehen werden kann“, erklärt Frank Pinnow von der Sparkasse. Auch der erste Vorsitzende, Michael Amft, hofft, dass das Projekt Vorbildcharakter für andere Vereine hat und freut sich, dass die Kooperation mit der Sparkasse geglückt ist.

Die Teilnehmer erhielten auch eine Auffrischung in Erster Hilfe.

Zu Beginn des Lehrgangs stellte Leiter Udo Ilsemann, der seit sechs Jahren eben solche Lehrgänge auch für Sportvereine anbietet, klar, dass zu der Benutzung eines Defibrillators mehr als nur das Verstehen des Geräts dazugehören. Im Vorfeld sind die Kenntnisse Erster-Hilfe-Maßnahmen und das richtige Absetzen eines Notrufs ebenso von wichtiger Bedeutung. Auch dabei ist der Defibrillator hilfreich, denn dieser gibt Anweisungen zu der Reihenfolge der Maßnahmen. „Sie sind nicht mehr alleine. Der Defibrillator gibt Ihnen Sicherheit, also schalten Sie ihn an, wenn er da ist“, betont Udo Ilsemann. Es folgt die schrittweise Erklärung der Erste-Hilfe-Maßnahmen für leichtere Fälle wie Bewusstlosigkeit bis hin zu extremen Fällen wie einem Herzstillstand. Alle Teilnehmer üben praxisnah wie man jemanden in die stabile Seitenlage legt und aus Gefahrenzonen herausbringt, wo man für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ansetzt und wie man diese durchführt. Außerdem ist schnell geklärt wie der Notruf abzusetzen ist. Der Lehrgangsleiter mahnt aber auch die Sportler: „Vor allem bei jungen, fitten Menschen treten solche Vorfälle immer häufiger auf, denn sie machen keine Pause, wenn sie krank werden.“

Defibrillator gibt Sicherheit

Der Defibrillator an der Übungspuppe.

Die Atmosphäre ist entspannt, die Teilnehmer sind aufmerksam bei der Sache und scheuen sich auch nicht Fragen zu stellen. Schließlich kommt es zur Funktionsweise des Defibrillators, der nach einem „Selbst-Check“ klare Anweisungen gibt. Hierbei wird das Erlernte schrittweise angewandt bis der Defibrillator eine Analyse fährt, um schließlich zu entscheiden, ob es notwendig ist einen Schock abzugeben. „Eine Herzmuskelmassage im Vorfeld, ist bei dem Einsatz eines Defibrillators immer von Vorteil“, so der Lehrgangsleiter. Die Tatsache, dass man nichts falsch machen kann, gibt den Anwesenden Vertrauen, denn der Defibrillator löst wirklich nur dann einen Schock aus, wenn dieser notwendig ist.

Zum Abschluss gibt es für jeden Teilnehmer noch ein Zertifikat und Udo Ilsemann ermutigt noch einmal: „Trauen Sie sich ran“. Nach dem Lehrgang gibt es rundum positives Feedback, Pressesprecherin Monika Stratmann freut sich über das neue Wissen und die Sicherheit im Ernstfall mit und ohne Defibrillator Hilfe leisten zu können: „Ich würde die Anschaffung jedem Verein empfehlen.“ Und auch der Vorsitzende Michael Amft sieht den Lehrgang als Bereicherung und setzt als Ziel in gewissen Zeitabständen solche Lehrgänge auch zur Auffrischung anzubieten, um bis zu 40 oder 50 neue Ersthelfer im Umgang mit dem Defibrillator zu schulen.

Text und Fotos: Isabel Kreie

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