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Pure Freude über die Silbermedaille

Agatha Schmidt vom JC 66 Bottrop gewinn Bronze bei den Deutschen Meisterschaften

Auch 2020 weht Bottroper Medaillenglanz über Stuttgart. Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der Judoka gewann Agatha Schmidt vom JC 66 Bottrop die Silbermedaille und trat damit in die Fußstapfen von Hamsat Isaev, der im vergangenen Jahr den Goldcoup gelandet hatte. Diesmal musste sich Isaev mit Rang sieben zufriedengeben.

Siegerfoto in Stuttgart. Agatha Schmidt auf dem Podium.

„Wenn ich meine Leistung bringe, ist eine Medaille möglich“, hatte Agatha Schmidt im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften gesagt und in Stuttgart lieferte die 22-Jährige auf der nationalen Judo-Bühne eindrucksvoll ab. Und das, obwohl die Vorbereitung alles andere als perfekt gelaufen war. Ein Infekt hatte die Bottroper Leistungssportlerin fast zwei Wochen aus dem Gefecht gezogen, es blieb gerade einmal eine volle Trainingswoche als Vorbereitung auf die Titelkämpfe. Doch nach souveränen Siegen über Annika Reinke (Bramfelder TV) und Lena Behrens (JSV Speyer) entschied Schmidt auch das Halbfinale gegen Dewi de Vries (JSC Heidelberg) für sich und unterstrich, warum sie vom Deutsche Judo-Bund in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm zurecht als Nummer zwei der Setzliste in das Turnier gegangen war.

Im Finale ging es dann einmal mehr gegen Dena Pohl (UJKC Potsdam). Ihre Gegnerin: Die Nummer eins der Setzliste, zwei Jahre jünger, aber auch zwei Finalerfahrungen bei Deutschen Meisterschaften reicher. Doch von Zurückhaltung keine Spur. Mutig ging Agatha Schmidt in ihr Premierenfinale, um den starken Auftritt des Tages mit der Goldmedaille zu krönen. Doch wie so oft im Sport machte dann eine Kleinigkeit den Unterschied aus. Schmidt wählte einen starken Uchi-mata-Ansatz, brachte die Technik jedoch nicht zu Ende und öffnete damit ihrer Gegnerin die Tür. Mit einem Gegendreher beförderte Dena Pohl die Bottroperin auf den Rücken. Ippon! Gold für Pohl, Silber für Agatha Schmidt.

Agatha Schmidt mit Heimtrainer Frank Urban.

Der kurze Moment der Enttäuschung wich jedoch schnell der puren Freude über die erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften im Erwachsenenbereich. „Ich freue mich wahnsinnig, dass ich mein Ziel erreicht habe. Die Vorbereitung war alles andere als perfekt, aber dafür ist es super gelaufen. Auch im Finale gegen Dena Pohl habe ich noch nie so gut gekämpft wie heute“, äußerte sich die glückliche Silber-Siegerin und dankte im Moment des Erfolges besonders ihrem Heimtrainer Frank Urban: „Es war echt gut und wichtig, dass er heute dabei war. Er hat mir sehr dabei geholfen mich auf die Kämpfe einzustellen und konsequent zu bleiben.“

Und auch der Heimtrainer war vollends zufrieden mit seiner Athletin: „Es ist absolut nach Plan gelaufen. Agatha hat eine tolle Leistung abgerufen und ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Jetzt steht ihr die Tür für höhere Aufgaben offen.“ Denn nach dem Erfolg auf der nationalen Bühne winken die nächsten Einsätze auf internationalem Terrain. Schon in einer Woche geht es in Belgien weiter, gefolgt von einem Trainingslager im Rahmen des Grand Slam von Paris und dann winkt in Düsseldorf die Teilnahme am Grand Slam, der höchsten internationalen Turnierkategorie. „Die Chancen stehen gut, dass Agatha da einen der vier Plätze für deutsche Athletinnen bekommt“, ist Urban zuversichtlich. Nach dem Silbererfolg in Stuttgart wäre das der nächste Meilenstein für die Bottroper Ausnahmeathletin.

Vorzeitiges Aus für den Titelverteidiger

Titelverteidiger Hamsat Isaev blieb dagegen unter seinen Möglichkeiten. In der stark besetzten Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm kämpfte er sich nach einem holprigen Auftaktsieg über Peter Thomas (JC Lauf) mit einem Erfolg über Julius-Lewin Witte (Eimsbütteler TV) in das Poolfinale, fand dort aber im späteren Silbermedaillengewinner Kilian Ochs (UJKC Potsdam) seinen Meister und kam auch in der Trostrunde nicht an Luc Meyer (ASAHi Spremberg) vorbei. Das ernüchternde Ergebnis: Platz sieben.

„Für ihn als Vorjahressieger war es eine schwere Situation. Er hat konzentriert gekämpft, ist aber insgesamt weit unter seinen Möglichkeiten geblieben. Das ist bei so einem Wettkampf dann natürlich bitter“, resümierte sein langjähriger Wegbegleiter und Bundesligatrainer Jan Tefett. Dem konnte Isaev selbst nur zustimmen: „Ich bin sehr enttäuscht. Leider gehören solche Tage zu einer Sportlerkarriere dazu, aber beim nächsten Mal sieht es wieder anders aus.“

Text: Henning Wiegert

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