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Lokalmatadore glänzen bei der NRW Gala

Einzigartiges Leichtathletik-Wochenende begeistert Sportler und Zuschauer

Auf den Sport-Talk und das Marktplatzstoßen folgte am Sonntag mit der NRW Gala im Jahnstadion der Höhepunkt eines einzigartigen Leichtathletik-Wochenendes für Bottrop. Der LC Adler Bottrop übertraf sich als Ausrichter bei der neuerlichen Auflage von „Meeting trifft Meisterschaft“ einmal mehr selbst und so erlebten Zuschauer wie Sportler ein Sportfest der Superlative, bei dem sich vor allem die heimischen Athleten toll in Szene setzen konnten.

Schon nach zehn Minuten strahlten Hannes Jüsten und Cheforganisator Dirk Lewald um die Wette.

Die NRW-Gala war noch keine zehn Minuten alt, da hatte Bottrop schon einen strahlenden Sieger aus den eigenen Reihen. Gleich im ersten von insgesamt fünf Vorläufen über die 100 Meter verbesserte Hannes Jüsten vom LC Adler Bottrop seine persönliche Bestzeit auf 11,19 Sekunden und sicherte sich damit auch das Ticket für die U20-DM in Ulm. Anderthalb Stunden später – als er eigentlich seine Förderzusage für den Bottroper Leistungssportkader entgegennehmen sollte – jagte der 19-Jährige im Finallauf noch eine weitere Bestzeit hinterher. Die neue Topleistung von 11,15 Sekunden bedeutet Rang 15 in der Königsdisziplin, die der Nigerianer Ogho-Oghene Egwero (10,37 s) vor Roger Gruski (10,60 s) und Philipp Blümel (10,60 s) gewann. Luis Lüger, der als zweiter Heimstarter die 100 Meter in Angriff nahm, rundete den Traumstart aus Bottroper Sicht ab. Er stellte in 11,30 Sekunden ebenfalls eine neue Bestzeit auf.

Rückenwind verhindert neue Bestzeit von Marius Lewald

Marius Lewald legte einen starken Vorlauf hin.

Angespornt davon ließ sich wenig später auch Marius Lewald im Vorlauf über die 110 Meter Hürden nicht lange bitten. In dem mit dem US-Amerikaner Isaiah Moore und dem Leverkusener Maximilian Bayer hochwertig besetzten Lauf, landete Lewald in 14,55 Sekunden auf Rang drei. Auch das bedeutete Bestzeit - wenn da nicht der Wind gewesen wäre, der mit 2,1 m/s zu heftig von hinten anschob. Lewald nahm es sportlich: „Das war trotzdem ein super Lauf, der auch bei regulären Bedingungen für eine neue Bestzeit gereicht hätte.“ Das Ticket für die DM der U23 sowie der Erwachsenen im Berliner Olympiastadion hatte der 20-Jährige bereits im Vorfeld gelöst. Da konnte er es auch verschmerzen, dass im Finallauf kaum eine Hürde stehen blieb und es in 15,12 Sekunden nur zu Rang 6 im Ranking reichte. „Für solche Erfahrungen sind diese Wettkämpfe wichtig. Schließlich ist es mein erstes Jahr mit der neuen Hürdenhöhe der Erwachsenen, da bleibt noch Zeit zum Lernen.“ Den Spitzenplatz im Hürdensprint, der zu den fünf Gala-Disziplinen zählte, die mit internationalen Topathleten besetzt sind, belegte der eingangs erwähnte Isaiah Moore in 13,67 Sekunden.

Die weiteren Gala-Disziplinen sorgten in Kombination mit den NRW-Meisterschaften im gut gefüllten Jahnstadion auch diesmal wieder für Begeisterung auf den Rängen. Das Konzept aus „Meeting trifft Meisterschaft“ bewährte sich einmal mehr. Den Speerwurf der Frauen entschied die Polin Maria Andreijczyk, die schon Vierte bei den Olympischen Spielen war, mit 58,96 Meter für sich, den Dreisprung der Frauen gewann Dovile Dzindzaletaite aus Litauen mit 13,71 Meter. Im Weitsprung der Männer verpasste mit dem Polen Tomasz Jaszczuk zwar ein potenzieller Acht-Meter-Springer nach drei ungültigen Versuchen das Finale, die Bestweite (7,51 m) von Romeo N’Tia aus dem Benin konnte sich aber auch sehen lassen.

Freudenszenen gab es aber auch in den Meisterschafts-Disziplinen. So jubelte etwa Sebastian Vogt vom TSV Bayer Leverkusen, der sich im Stabhochsprung im letzten Versuch mit 5,35 Meter das Ticket für die Deutschen Meisterschaften im Berliner Olympiastadion sicherte. Ein erfolgreiches Comeback nach Verletzungspause feierte Katharina Bauer im Jahnstadion, die ebenfalls im Stabhochsprung mit überwundenen 4,20 Metern mit einem Sieg in ihre Freiluftsaison einstieg. Im Ziel mächtig erschöpft, aber ebenfalls glücklich zeigte sich auch Hanna Lüger. Sie finishte über die 200 Meter in 26,70 Sekunden und blieb damit in Reichweite zur persönlichen Bestzeit. „Die letzten 50 Meter waren brutal, aber es hat Spaß gemacht vor so einer Kulisse im eigenen Stadion zu laufen“, sagte die 17-Jährige vom LC Adler Bottrop.

Zweites Ausrufezeichen durch Hannes Jüsten

Und dann war ja noch Hannes Jüsten, der sich zum Abschluss des Wettkampftages auch noch den Sprint über 200 Meter gönnte. Die Norm für die U20-DM hatte er bereits bei den Nordrhein-Meisterschaften in 22,50 Sekunden geknackt und entsprechend befreit konnte der Lokalmatador in der Gala-Disziplin lossprinten. Mit einer weiteren Bestzeit von 22,39 Sekunden gewann er seinen Endlauf und belegt in der Gesamtwertung, die von fünf internationalen Athleten angeführt wurde, einen mehr als respektablen neunten Platz. „Ich bin brutal gut aus dem Startblock gekommen. Mit drei Bestzeiten war das für mich ein perfekter Tag. Nachdem ich die Zusage für die Leistungssportförderung bekommen habe, war ich ganz schön nervös und motiviert zugleich. Jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich meine Leistungen so bestätigen konnte“, äußerte sich der Mann des Tages aus Bottroper Perspektive.

„Es war ein perfektes Sportwochenende“

Überhaupt war es die Bottroper Perspektive, die einmal mehr den Glanz der NRW-Gala ausmachte. Die zahlreichen Helferinnen und Helfer des LC Adler Bottrop – angefangen bei den Körbchenkindern über die Servicekräfte beim Catering bis hin zu den Organisationstalenten im Call-Room und der Akkreditierung – übertrafen sich wieder einmal selbst. Hans-Joachim Scheer, Geschäftsführer des Leichtathletik Verband Nordrhein, lobte die Veranstaltung einmal mehr in höchsten Tönen: „Wir sind in allen Bereichen zufrieden.“ Und zufrieden war auch Cheforganisator Dirk Lewald. Der gab am Abend zwar unmittelbar zu Protokoll, er werde nun erst einmal ganz viel schlafen, um dann mit einem Strahlen zu betonen: „Es lief einfach rund. Angefangen beim Sport-Talk, über das Marktplatzstoßen bis hin zur heutigen Gala. Das war ein perfektes Sportwochenende für Bottrop.“

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Text: Henning Wiegert

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