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Piraten unterliegen dem deutschen Meister

Der JC 66 verpasst in Hamburg einen möglichen Sieg.

Die Männer des JC 66 Bottrop mussten in der Bundesliga Nord nach dem Auftaktsieg gegen Spremberg den ersten Rückschlag hinnehmen. Beim Deutschen Meister in Hamburg verloren sie unglücklich mit 6:8. In der Hansestadt war mehr drin.

Den Piraten fehlte in Hamburg etwas Glück. Foto: JC 66

Hamburger JT – JC 66 Bottrop 8:6 (74:60)
(1. Bundesliga Nord)

Am Ende hieß es 8:6 für den Gegner, die Hamburger hatten beide Einzeldurchgänge mit 4:3 für sich entscheiden können. Dementsprechend groß war der Jubel im gegnerischen Lager und bei den Fans der Hanseaten, die damit ihren ersten Saisonsieg einfahren konnten. Die Stimmung bei den Bottropern war gedrückt, hatte man unter den Verantwortlichen und Kämpfern nach der Waage eine Siegchance für möglich gehalten.

Die Hamburger konnten nicht alle Kämpfer aufbieten und gingen ersatzgeschwächt über die Waage. Trotzdem hatten die Hansestädter in fast jeder Gewichtsklasse zumindest einen erfahrenen Topkämpfer, so dass eine clevere Aufstellung für beide Durchgänge, der Weg zum Sieg sein könnte. Allerdings erwischten die Piraten keinen guten Start und lagen schnell mit 0:3 im Hintertreffen. Hans-David Claren (-100 kg) musste sich dem erfahrenen Sandro Makatsaria knapp geschlagen geben, wobei ihm eine klare Wertung verwehrt blieb. Kalala Ngoy (-66 kg) ging zu hektisch in das Match gegen Andersen Immerschied und verlor nach knapp einer Minute im Haltegriff. Auch Tom Büssemeyer (-60 kg) hatte das Nachsehen gegen den russischen Nationalmannschaftskämpfer Sakhavat Gadzhiev, zeigte jedoch wieder eine tolle Leistung. Mit einem Konter nach knapp einer Minute warf er den Russen fast auf den Rücken. Das wäre eine große Sensation gewesen, die Kampfrichter berieten sich kurz, aber gaben dann doch keine Wertung, da der Russe auf Büssemeyer selber gelandet war. Eine kleine Sensation gab es dann doch noch, als Sebastian Wendt (+100 kg) den mehrfachen Medaillengewinner bei deutschen Meisterschaften Benjamin Bachir Bouizgarne, nach einem Rückstand noch werfen und anschließend festhalten konnte. Mit dem ersten Bottroper Punkt keimte wieder Hoffnung auf, da im Anschluss die beiden holländischen Kämpfer Bas van Empelen (-90 kg) und Kevin Bakker (-81 kg), der an diesem Kampftag seinen Einstand gab, jeweils souverän gewinnen konnten. So stand es 3:3 und es war an Christian Dill (-73 kg), den letzten Punkt im ersten Durchgang zu erkämpfen. Allerdings fand er gegen den serbischen Meister von 2018, Ilija Ciganovic, nicht das richtige Mittel und musste sich nach hartem Kampf im Golden Score geschlagen geben.

Somit waren die Bottroper im Hintertreffen und mussten für Durchgang zwei auf Risiko setzen, um noch ein Unentschieden zu holen oder gar einen Sieg einzufahren. Durch den erneuten Ausfall von Hamsat Isaev und die Abwesenheit von Artur Hoffmann, der bei einem Einsatz beim U18 European Cup in tschechischen Teplice verweilte, waren die Wechseloptionen stark begrenzt. Trotzdem schickten die Bottroper ein Team auf die Matte, welches den Kampf hätte drehen können. Und der zweite Durchgang begann gut, Bas van Empelen holte seinen zweiten Tagessieg, eine Gewichtsklasse höher gegen Makatsaria. Danach musste sich Ngoy erneut gegen den starken Junior Yerrick Schriever (-66 kg) geschlagen geben. Damit war die Chance auf einen Sieg dahin, ein Unentschieden wäre aber noch machbar gewesen. Das Momentum war aber auf Hamburger Seite und so stellten erneut der unantastbare Russe Gadzhiev gegen Simon Obertreis und Bouizgarne gegen den ins Superschwergewicht aufgerückte und bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll kämpfenden Egzon Lekai auf 5:7. So war es an Kevin Bakker, eine Gewichtsklasse höher gegen den erfahrenen Team-Captain der Hamburger Max Münsterberg (-90 kg) das Unentschieden zu sichern. Über dreieinhalb Minuten kämpfte er souverän und clever, warf Münsterberg sogar für einen halben Punkt. Innerhalb von 30 Sekunden handelte er sich aber durch Unachtsamkeiten zwei Bestrafungen ein, die 9 Sekunden vor Kampfende zur Disqualifikation und zum damit achten Punkt und Sieg der Hamburger führten. Auch wenn der Schock tief saß, kam jetzt zur Geltung, was man in dieser Saison bei den Bottropern durch den neuen Teamspirit förmlich fühlen kann. Trotz der bereits feststehenden Niederlage und unter unverändert lauten Anfeuerungsrufen sämtlicher Teammitglieder, kämpften sich in den letzten beiden Duellen Youngster Oleg Gusev (-81 kg) und Christian Dill (-73 kg) in aufreibenden Kämpfen bis in den Golden Score, um dort jeweils die Oberhand zu behalten. Somit endete die Begegnung denkbar knapp mit 8:6 für die Hanseaten.

„In Durchgang 1 hätten Ngoy und Dill gewinnen können, vielleicht auch sogar müssen, in Durchgang 2 waren mit den Kämpfen von Ngoy und Bakker zwei weitere Punkte durchaus machbar“, gab sich Trainer Markus Wallerich nach dem Kampf etwas zerknirscht, da an diesem Tag tatsächlich mehr drin gewesen wäre. Captain und Teammanager Jan Tefett ergänzte aber: „Vorzuwerfen braucht sich weder die Mannschaft, noch ein einzelner Kämpfer etwas. Den Punkt von Sebastian Wendt hatten wir so auch nicht eingeplant. Die Jungs haben wieder alles rausgehauen und die Einstellung im gesamten Team passt. So kann es weiter gehen!“

Hängen lassen brauchen die Piraten die Köpfe also nicht. Insgesamt war der Auftritt mehr als couragiert und verlangte den Hamburgern nicht nur auf der Matte alles ab, sondern brachte dem Team auch einigen Respekt bei den Zuschauern und Verantwortlichen in der Hansestadt ein. Die Chance auf die nächsten wichtigen Punkte für das gesteckte Saisonziel ergeben sich schon wieder in drei Wochen, wenn es zu Hause zum Duell gegen das Judoteam Hertha Walheim kommt, welches im letzten Jahr denkbar knapp mit 7:7 ausging. Dabei wird es zu einem Doppelkampftag kommen, da parallel die Judodamen des JC 66 das Vergnügen mit dem Team des Brander TV bekommen werden. Gestartet wird in der Dieter-Renz-Halle am 27. April um 16 Uhr.

Weitere Informationen:

Text: JC 66 Bottrop

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